Es erscheint mir, dass beim Lauftraining immer wieder eine Reihe von kleinen oder größeren Schlachten zu gewinnen ist. Welcher Läufer kennt das nicht, wenn sich irgendwelche Wehwehchen bemerkbar machen. Mal zwickt es im Knie mal schmerzt das Schienbein, mal der Fuß, und bei mir ist es dieses Mal die linke Hüfte. Die letzten beiden sonntäglichen Regenerationsläufe (12km) bin ich in Minimallaufschuhen (Nike Free) gelaufen. Nach dem ersten Lauf hatte ich keine größeren Probleme bzw. hab eigentlich nichts gespürt. Die Schmerzen kamen einen Tag später, plötzlich waren sie da. Kann es einfach eine Überlastungserscheinung sein oder waren es die ungewohnten Schuhe? War die Strecke zu lang fürs erste Mal mit Minimalschuhen? War es vielleicht auch das anstrengende Tempotraining der letzten Wochen inklusive der Wettkämpfe? Nun ja….

[singlepic id=196 w=320 h=240 float=right]….als Sportler, wage ich zu sagen, dass die meisten von uns die Tatsache akzeptieren, dass nach einem intensiven Training, zumindest ein gewisses Maß an Schmerzen einfach da ist. Bei vielen von uns gedeiht auch das Gefühl, dass es ein Beweis für den Ausbau unserer Fähigkeiten und / oder Geschwindigkeit ist. Das wichtigste Prinzip im Spiel mit dieser Art von Schmerzen ist – in der Regel – die Anpassung. Es ist unser Körper, der die Anpassung an die Anforderungen des neuen oder „härteren“ Trainings vornimmt. Gemeint ist das Training mit Intensität, die sich wiederholenden Belastungen, die den Muskeln, dem Bindegewebe und den Gelenken nutzen und ihre Fähigkeit die nächste Belastung besser wegzustecken weiterentwickeln.

Wenn Schmerzen auftreten, haben wir normalerweise eine Art von „Überlastung“. Ein Vorgang bei dem der Körper aufgefordert wurde, aus seiner Komfort-Zone herauszugehen. Danach benötigt der Körper Ruhe und Erholung damit die Muskeln, die angespannt waren in der Lage sind zu heilen. Das nächste Mal, wenn sie beansprucht werden, sind sie eher in der Lage, mit den Anforderungen, die wir auf sie ausüben umzugehen.

[singlepic id=197 w=300 h=220 float=left]Eine Verletzung ist etwas, dass keiner von uns gerne hat. Wenn eine Verletzung auftritt, gibt es oft Anhaltspunkte, die uns sagen: „Hey, das sind nicht nur Schmerzen.“ Ein Anzeichen ist die Asymmetrie, was bedeutet, dass wenn ein Knie schmerzt aber das Andere (noch) nicht, die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung da ist. Unser Körper ist Studien zufolge symmetrisch, insbesondere auch im Hinblick auf das Laufen, Radfahren und Schwimmen. Wenn also ein Gelenk-, Muskel-oder Bindegewebe plötzlich schmerzt wie die Hölle, aber nur auf einer Seite, ist es am besten das Training zu reduzieren, ein Auge darauf zu haben und wenn es anhält, sollte man auch einen Besuch beim Arzt in Betracht ziehen.

Eine schwierige Sache war / ist für mich zu lernen, auf meinen Körper zu hören und in einer solchen Situation, mein Ego beiseite zu legen (das ist keine einfache Sache) und das Training zu verändern bzw. auszusetzen um sicherzustellen, dass ich mich  nicht  verletze oder die vorhandene Verletzung noch zu verschlimmern. Die Unterscheidung zwischen Verletzungen und Schmerzen ist für viele natürlich schwierig, diese Fähigkeit kann einem letzlich aber den Hintern retten. Denn wer möchte schon wegen einer Verletzung Wochen oder Monate mit dem Training aussetzen müssen. Auf der anderen Seite, ist doch die Erreichung eines hart umkämpften Muskelkaters ein Gefühl, bei dem man einfach alle umarmen könnte  🙂 . Immerhin, nach einem schönen, harten Training, gibt es doch nichts Besseres als die freigesetzten Endorphine und die Freude auf den nächsten Regenerationslauf.

Ich freue mich jetzt auf die kommende Sommerregeneration und werde indes mein Training vorerst auf das Rad und ins Schwimmbecken verlegen. In diesem Sinne…Keep on RunningWolle

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