Der diesjährige Duathlon des RV-Graben war mein erster Multi-Sport-Event an dem ich teilgenommen habe und ich muss sagen, das war wirklich außergewöhnlich und einfach Klasse. Der Gedanke an einem Triathlon oder Duathlon teilzunehmen begleitet mich schon länger aber die eine oder andere Hürde gilt es dabei zu nehmen. Es ist ja nicht so dass ich nicht schwimmen könnte, aber schwimmen und  richtig schwimmen sind zwei paar Stiefel. Ähnlich ist es auch mit dem Radfahren, um bei einem Triathlon oder Duathlon nicht hinterher fahren zu müssen brauchst halt ein gescheites Rennrad und das entsprechende Training sowie auch die Zeit dafür. Das sind also alles Dinge, die ich bisher nicht hatte.Zwar habe ich kein Rennrad aber durch eine glückliche Fügung kam ich nun an ein tolles Mountainbike der Fa. Cube und beim Queichtallauf in Zeiskam an einen Flyer vom Duathlon in Graben.

Für Marcus (der ein Rennrad hat) und mich war schnell klar, dass wir dort unbedingt dabei sein wollten. Gesagt getan, die Anmeldegebühr von 15 EUR war überschaubar und von Karlsruhe nach Graben war es auch nicht weit. Die kleine Veranstaltung mit 79 Einzelstartern und 26 Zweierteams war  ideal für uns Greenhorns. Die Killerhitze vom Tag zuvor blieb glücklicherweise auch noch aus, warm ja, aber Wolken bedeckten den Himmel, so dass die Sonne nicht direkt auf uns runterknallte.

[singlepic id=235 w=320 h=240 float=left]Etwas Aufregung vor dem ganzen war schon da, schließlich war es unser 1. Mal und wir hatten keine praktische Erfahrung mit einem Duathlon.  Meine Hoffnung dass noch weitere Athleten mit Mountainbikes bei der Jedermanns Veranstaltung dabei sein werden, wurde jedoch zerstreut.  So war ich also der Einzige ohne Rennrad soweit ich das erkennen konnte. Zu Beginn machten wir uns mit der Wechselzone vertraut und brachten auch gleich unsere Bikes an den vorgeschriebenen Platz, der von der Startnummer abhängig war. Nachdem wir kurz vor dem Start noch wichtige Infos vom Veranstalter über den Ablauf und die Strecke bekamen, ging es auch schon los in Richtung Start. Dann passierte das unerwartete, als der Startschuss fiel gingen alle ab wie die Post. Nix mit lockerem Beginn beim 1. Lauf über 5 KM. Ich hatte den Eindruck dass jeder lief als wäre nach 5  Kilometern Schluss, nun ja so kam es wenig überraschend dass meine Garmin eine 3:57 min/km anzeigte. Im Wissen das nach dem Lauf noch eine Radstrecke über 36 KM und dann nochmal ein 5 KM-Lauf auf mich warteten, musste ich mich zügeln, da sonst der Schuss nach hinten losgehen würde. Also etwas Tempo raus und auf der flachen Strecke bis zum Wendepunkt nicht überpacen.

[singlepic id=246 w=320 h=240 float=left]Nach 20:39 Minuten kam ich als 27ister in die Wechselzone.  Der Wechsel aus Rad klappte ganz gut und auch der Puls ging erst mal runter. Hoch motiviert trat ich in die Pedale und fuhr auf den ersten 5 Kilometern Geschwindigkeiten von  31 und 32 km/h …und das mit dem Mountainbike. Ich hatte das Fahren auf einer ebenen Landstraße wohl unterschätzt, es lief besser wie geplant. Mir war klar dass mich die meisten Kontrahenten mit Ihren Carbon Rennmaschinen überholen werden aber ich gab alles.

So langsam kamen sie und zogen so pö a pö an mir vorbei, viele bekundeten ihren Respekt vor meiner Leistung ohne Rennrad, das war Gänsehautfeeling und Motivation pur. Tags zuvor [singlepic id=237 w=320 h=240 float=right]hatte ich noch gelesen dass man am besten Energieriegel oder Gels mit Klebeband am Rad befestigt um unterwegs „nicht zu verhungern“. Den Vorschlag hatte ich beherzigt und konnte nun davon zehren. Die Energie war auch bitter nötig den der Kraftaufwand in meiner Sitzposition war enorm. Die Radstrecke mit Wendepunkten in Rußheim und Dettenheim war insgesamt recht flach, doch spürte ich jeden Meter aufwärts und auch jeden Meter mit Gegenwind. Es mussten 2 Runden absolviert werden was mir die Gelegenheit gab einen Blick auf die vor und vor allem die  hinter mir fahrenden zu werfen. Zu meinem Erstaunen waren das noch einige aber es lagen auch noch 16 KM vor mir. Das schier unfassbare geschah in Runde 2. Vor mir fuhr ein Teilnehmer der sich, welch Wunder, nicht weiter entfernte sondern mir immer näher kam. Der Überholvorgang war der letzte Schub den ich noch brauchte.  Nach 1 Stunde und 18 Minuten beendete  ich das Radfahren und fand mich zwischenzeitlich auf Gesamtplatz 72 von 79 Einzelstartern.

[singlepic id=242 w=320 h=240 float=left]Jetzt wurde es spannend, ich hatte viel darüber gelesen dass man auf den ersten beiden Kilometern nach dem Radfahren wie auf Eiern laufen würde, nun hatte ich auch die Bestätigung! Nach ca. 1,5 KM war das Gefühl aber auch wieder wie weggeblasen. Jetzt startete ich meine Aufholjagd, viele Athleten mussten dem schnellen ersten 5 KM-Lauf und der anstrengenden Radetappe Tribut zollen und liefen ihren zweiten 5 KM-Lauf zum Teil um bis zu 6 Minuten langsamer als den ersten. Ich mobilisierte meine letzten Kräfte und versuchte so gut es ging Tempo zu machen. Wieder war es da, das Gänsehautgefühl, ich cachte einen Läufer nach dem anderen und lief mit 21:16 Minuten beim 2. Lauf am Ende die 17. Beste Zeit aller Einzelstarter.  Im Ziel war ich froh es geschafft zu haben und auch ein wenig Stolz, denn immerhin blieben am Ende 17 Duathleten hinter mir…und hey… sie alle hatten ein Rennrad 😉 . Am Ende sprang ein 55. Gesamtplatz  nach 2:00:14 Std und der 14. Platz in der Altersklasse bei meinem 1. Duathlon heraus.

Mein Fazit:

  1. Tolle Veranstaltung in „familiärer“  Atmosphäre und vielen netten Helfern des RV-Graben
  2. Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Duathlon
  3. Graben ich komme wieder (aber mit Rennrad)
  4. Ein guter Läufer ist nicht zwingend ein guter Duathlet

In diesem Sinne….. Keep on RunningWolle[nggallery id=20]

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