„Splish Splash i was taking a bath….“ war das Motto beim diesjährigen Volkslauf der Stadtwerke Karlsruhe. Bei meinem letzten geplanten offiziellen 10 km Lauf in diesem Jahr wollte ich natürlich mal wieder an die 40 Minuten-Tür klopfen. Gleichzeitig war er auch ein Test für den am kommenden Wochenende stattfindenden Halbmarathon im Rahmen des Fiducia Baden Marathons in Karlsruhe. Die nicht gerade bestzeitentaugliche Strecke, der Wind, der Regen und die dadurch in Mitleidenschaft gezogene Strecke sprachen nicht gerade für eine neue Bestzeit aber meistens kommt es ja immer anders als man denkt und so auch am letzten Donnerstag.

Der Start

[singlepic id=288 w=320 h=240 float=right]Da standen wir also, meine beiden Mitstreiter (Marcus und Uwe) und ich, bei prasselndem Regen unterm Dach des Wasserstandes (welch eine Ironie) der Stadtwerke Karlsruhe mit der Frage warmlaufen, ja oder nein? Während Uwe und Marcus bibbernd unterm Dach blieben und den anderen beim „warm up“ zusahen drehte ich widerwillig eine kleine Runde mit 2-3 Steigerungen um dem Arbeitsgerät zu signalisieren, „hey gleich geht´s los“. Nun war es endlich soweit, einsortieren in die Startaufstellung. Während Marcus und Uwe sich ordentlich und Zielzeit entsprechend im Teilnehmerfeld Aufstellung nahmen, schlängelte ich mich relativ weit nach vorne um meine Mission ohne „Startprobleme“ in Angriff zu nehmen.

Das Rennen

Ohne herunterzählen gab unsere 1. Bürgermeisterin Margret Mergen durch einen Schuss den Start für die Läuferinnen und Läufer frei. Sofort setzte sich das Feld in Gang. Vorbei am Gebäude der Stadtwerke ging es kurz darauf links ab runter an die Alb. Hier trennten sich auch gleich die 10km Läufer von den 5ern.  Meine Befürchtung dass die Strecke aufgrund der starken Regenfälle mit Pfützen und „Seen“ übersäht war, bewahrheitete sich schnell. Nichts desto trotz verstrich der 1. Kilometer in 3:45 Minuten und fand mich schon nach kurzer Zeit in einer kleinen Gruppe die mich bis zum Ende des Rennens  begleiten würde.

Teilweise Knöcheltief liefen / wateten wir durch Pfützen an der Alb entlang bis mir das Kilometerschild 2 sagte, jetzt bist du gleich am Rheinhafenbad und dann geht´s über die ungeliebte Brücke. Ich fühlte mich physisch sehr gut und lief das Tempo der Gruppe mit, welche den letzten Kilometer im 3:56er Schnitt bewältigte.

Die Brücke war geschafft, jetzt ging auf Schotterweg in Richtung Knielinger Pferderennbahn und plötzlich hatte ich so Gefühl,  dass ich es heute schaffen könnte, zum ersten Mal unter 40 Minuten zu laufen. Aus der 5er Gruppe wurde nun eine 3er Gruppe, aus mir, einer Läuferin der LSG Karlsruhe welche von keinem geringeren als von Christoph Gerhardt dem diesjährigen Sieger des Ettlinger Altstadtlaufs „gezogen“ wurde. Flankiert von diesen beiden tollen Athleten war es kein Wunder das auch die Kilometer 3 und 4 in für mich sagenhaften 3:54 min/km und 3:53 min/km verstrichen.

[singlepic id=280 w=320 h=240 float=left]Aufgrund des Regens kam nun auch die Stelle an der es eine Streckenänderung wegen Überflutung der Unterführung auf einer Seite gab, aber dazu später mehr. Nächste Station war die Sängerhalle in Knielingen, der Heimat des SVK Knielingen „Die Holzbiere“ welcher sich der fastnächtlichen Brauchtumspflege und vor allem dem leistungsorientierten karnevalistischen Tanzsport verschrieben hat und das gleichzeitig das liebste Hobby unserer beiden Töchter ist 🙂 . Nicht nur durch die im Frühjahr errungene Deutsche Meisterschaft der Burgaugarde ist der Verein über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Nun aber zurück zum Geschehen, vorbei an der beschriebenen, ging es leicht bergauf über eine Brücke, welche den Puls wieder in Schwung brachte. Nun geschah das unerwartete, der vorher genannte Christoph Gebhardt, der den Ettlinger Altstadtlauf (10km) in einer 34er Zeit lief, fing doch tatsächlich vor sich hin zu pfeifen…. das war wie ein Schlag ins Gesicht! Natürlich ist der Kerl ein anderes Tempo gewohnt aber das mach dich fertig, da läufst du am Limit um eine neue Bestzeit zu erreichen und dann fängt da einer an zu pfeifen und rückwärts zu laufen um seine Laufkameradin anzufeuern…Hut ab! Puuuhhh Kilometer 5 ist erreicht und ich lese 19:19 Minuten von meiner Garmin ab.

Nach einem unspektakulären 6. Kilometer, laufen uns bei Kilometer 7 die langsameren Läufer auf einem engen Schotterweg mit vielen Pfützen entgegen. Ich muss gestehen dass mich die Situation etwas aus dem Tritt gebracht hat, entgegenkommende Läufer, Monster-Pfützen….doch irgendwann hab ich es dann aber auch aufgegeben und hab mich dem Wassertreten angeschlossen. Ein Schnitt von 3:58 min/km war das Resultat. Es war ein unglaubliches Gefühl, ich wusste ich kann die 40 Minuten heute schaffen und mein pfeifender Begleiter saß mir samt seiner Kollegin dicht im Nacken, das war Motivation pur. Jetzt erinnere ich mich an Peter Greif’s Holger.

Bei Kilometer 8 ging es wieder zurück an der Alb entlang in Richtung Rheinhafen … 4:00 min/km mehr war da nicht mehr drin. Kilometer 9, vor mir ein BBBank Runner in seinem blauen Shirt, ich nehme meine ganze Kraft zusammen und hole ihn oben auf der Brücke ein. Der Versuch sein Tempo zu halten misslingt mir und ich lasse ihn am letzten Anstieg beim Rheinhafenbad ziehen. Der Kilometer tat weh aber mit einem Schnitt von 4:01 war ich auf meiner Siegerstraße…Gänsehaut überzieht mein Antlitz, gleich habe ich es geschafft, gleich bin ich ein Läufer, endlich eine offizielle 10 km[singlepic id=290 w=320 h=240 float=right] Zeit unter 40 Minuten, ja was schwätz ich da … fast 39! Ich laufe und laufe und laufe, auf meiner GPS-Uhr steht 10km und 39:17 Minuten….dann habe ich fast Tränen in den Augen, nein nicht wegen meiner tollen Zeit sondern weil das Ziel fehlt! So eine Sch….. , was war da los??? Durch die Streckenänderung hatte sich die Gesamtdistanz um 300 Meter verlängert! Dann plötzlich ist es da, das Ziel…..und der Klimaschutz-Bär winkt mir nach 10,3 Kilometern und einer offiziellen Nettozeit von 40:19 Minuten fröhlich entgegen.

Fazit

Ein nie erhoffter 16 Gesamtplatz und die Weisheit das ein 10km Rennen nicht immer 10km lang sein muss, sowie eine neue persönliche Bestzeit trösteten mich über die leider nur inoffizielle Sub 40 hinweg, letztlich ging es ja auch noch 480 weiteren Läuferinnen und Läufern so.  Mein Dank gilt an dieser Stelle  an Christoph Gerhardt der das Rennen sicherlich hätte gewinnen können wenn er denn gewollt hätte und Svenja Mann von der LSG Karlsruhe die am Ende zweitbeste Frau wurde. Die beiden haben mich  unbewusst zu meiner Jahresbestleistung über 10 Kilometer getrieben, vielen Dank dafür – Fiducia Halbmarathon ich komme…!

In diesem Sinne…..Keep on RunningWolle![nggallery id=24]

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: