Es ist jetzt Sonntagmorgen, kurz nach halb elf, die Sonne die uns Hoch „Guido“ an diesem Tag spendiert und ich strahlen um die Wette. Ich sitze seit gut 5 Minuten im Bienwaldstadion auf dem Boden neben dem Zieleinlauf und beobachte die eintreffenden Läuferinnen und Läufer des 36. Nationalen Halbmarathons in Kandel. Mein Saisonauftakt ist definitiv gelungen. Soeben habe ich den ersten Halbmarathon in diesem Jahr mit einer neuen persönlichen Bestzeit gefinisht und warte nun auf meine beiden Mitstreiter Marcus und Christoph  vom Chicken Express Running- Team.Morgens

Pünktlich um 8 Uhr stand Marcus mit seinem Nobel Hobel vor der Tür um mich abzuholen. Nach Kandel sind es zwar nur gut 15 Minuten aber dieses Mal wollten wir zeitig da sein um Stress und Hektik zu vermeiden. Um die gute und familiäre Atmosphäre dieses Events zu genießen,  hieß es also lieber zu früh als zu spät. Nach einem kurzen Abstecher nach Oberreut um Neumitglied Christoph einzusammeln, folgte ein weiterer Abstecher zu Marcus nach Hause…Chip vergessen („ohne Champion Chip keine Zeitmessung)… was ein Glück …lieber er als ich, hatte meine Erfahrung diesbezüglich ja letztes Jahr auf der Autobahn in Richtung Frankfurt gemacht 🙂 .  Nach unzähligen Trainingskilometern durch den „Winter“ war ich froh dass es nun endlich losging. Es war ein tolles Gefühl wieder Wettkampfluft zu schnuppern.

Kaffee

Die tolle Atmosphäre die in Kandel herrscht durften wir unvermittelt erfahren. Kaum in der Bienwaldhalle angekommen um noch einen Käffchen am Stehtisch zu schlürfen, kamen wir auch gleich mit gleichgesinnten ins Gespräch, flachsten und philosophierten über dies und das. Sehr viel Zeit war allerdings nicht, deswegen machten wir uns auf, um noch eine kurze Einlaufrunde zu drehen…auch das obligatorische Pipi kurz vor dem Start war in Kandel absolut kein Problem. Marcus und Christoph reihten sich in Block 3 ein, während ich 2 Minuten vor dem Start noch gemütlich in den 2. Startblock schlendern konnte. Noch ein Blick auf die Uhr…alles passt…Countdown 3…2…1…Peng! Los ging´s.

Start

1820 Starter gingen mit mir auf die Strecke, der Großteil davon über die Halbe Distanz. Da ich im letzten Jahr das eine oder andere Mal zu Ehrgeizig an meinen Zielen gescheitert bin und darüber hinaus der Spaß bzw. Genuss zu kurz kam (danke Marcus für den Wink mit dem Zaunpfahl  😉 ), war die Vorgabe für heute in erster Linie Spaß haben. Den Lauf wollte ich auf jeden Fall genießen aber trotzdem auch ausloten was möglich ist um auch eine Hausnummer zu haben was die Vorbereitung für den Frühjahrsmarathon in Regensburg betrifft. Gleich zu Beginn des Rennens hatte ich mein Tempo gefunden und ich  fühlte ich mich gut. Das Läuferfeld hatte sich ebenfalls recht schnell entzerrt, so dass man früh „frei“ laufen konnte. So war es für mich auch nicht verwunderlich, dass ich das 5 Kilometerschild in Minfeld bereits nach 20:17 Minuten am meinem rechten Augenwinkel vorbeisausen sah, was eine 4:03er Pace bedeutete und das bei einem Durchschnittspuls von 162bpm. Wow…!!Vor einem Jahr lag mein Tempo beim Halbmarathon noch bei 4:18 min/km. Beflügelt von der bisherigen Leistung und dem Wissen dass noch Reserven in mir schlummern, schloss ich auf einen ca. 30 Meter vor mir laufenden Läufer auf und „versteckte“ mich für den nächsten Kilometer mal ganz frech in seinem Windschatten. Dann war es endlich soweit, wir erreichten den Wald und der Kampf mit dem Wind hörte auf.

Zwischen Kilometer 7 und 8 gab es dann eine kleine Motivationsspritze, einige Zuschauer hatten sich  in einer Kreuzung im Wald angesammelt und die Läufer/innen kräftig angefeuert. Den Schwung nahm ich natürlich mit auf die nächsten Kilometer und  überlief bei der 10 Kilometer Marke nach 40:33 Minuten. Punktlandung! Die Pace lag noch konstant bei 4:03 min/km und wie man auf den Bildern sehen kann hatte ich wirklich noch  Spaß 😀 .

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Soweit so gut aber jetzt hieß es Pobacken zusammenpfetzen und nicht locker lassen. Kurze Zeit später kamen dem Hauptläuferfeld auch schon die ersten Halbmarathonläufer in Form von Marco Sturm und Matthias Müller entgegen. Dass es nicht gezischt hat, als die beiden an uns vorbeirauschten war grad alles. Ich konzentrierte mich aber wieder auf mein Rennen, passierte den Wendepunkt und machte mich auf den Weg „zurück“. Nach einiger Zeit kam mir Marcus als zweiter Läufer vom Chicken Express entgegen, auch er lag gut in der Zeit. Irgendwie war es schon ein bombiges Gefühl zu sehen wie viele Läufer/innen noch hinter einem sind, das ist wirklich eine kleine Belohnung für die vielen Kilometer bei Wind und Wetter durch den Winter. IMG_14117

Da war es auch schon wieder soweit, Kilometerschild 15 ließ ich nach 1:00:55 Std. hinter mir. Wenn ich dieses Tempo halten kann, wird es eine neue persönliche Bestzeit denke ich noch so bei mir während ich mich wieder von den Zuschauern im Wald voranpeitschen lasse. Mit einer Pace von 4:06 und 4:08 ließ ich auf den letzten beiden Kilometern etwas Federn, war aber kein Problem jetzt konnte ich die Reserven anzapfen und schloss den 4ten 5 Kilometerabschnitt in 20:27 Minuten.

IMG_9961Auf dem letzten Kilometer ließ ich es dann nochmals richtig laufen. Mit einem Schnitt von 3:54 min/km, konnte ich gegen Ende sogar noch die starke Julia Lippold (am Ende Platz 5 bei den Frauen) von der LG Filder überholen. Geschafft aber glücklich überquerte ich nach offiziellen 1:26:39 Std. (Bruttozeit) als 110er im Gesamtranking und 30 in der AK die Ziellinie.

Nach 1:43:28 Std lief auch Marcus mit einer soliden Leistung (wobei unterwegs sicherlich noch halb Kandel unterhalten hat) ins Ziel ein. Christoph bei dem es in der Vorbereitung nicht ganz so Rund lief fand dann aber nach  2:12:01 Std. seinen Bestimmungsort.

Ergebn

Mein Eindruck von der Veranstaltung in Kandel ist mehr als positiv. Man fühlt sich einfach rund um wohl, hat Spaß, kurze Wege, nette Helfer…..ich könnte noch weiter machen, lass es jetzt aber gut sein. Nächstes Jahr sieht mich der Bienwald auf jeden Fall wieder.

In diesem Sinne…..Keep on    RUWO

 

 

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