In den vergangenen 3 Tagen hatte ich den übelsten Muskelkater ever! Schuld daran hat der  25. Reinheimer Duathlon vom vergangen Wochenende.  Aber nun von vorne. Lange geplant und lange gepennt…Der Reinheimer Duathlon stand tatsächlich schon ziemlich lange auf meinem Wettkampfplan aber irgendwie  hatte ich Anmeldung einfach verpennt. Die Quittung war 20.- EUR Anmeldegebühr + 5 EUR Nachmeldegebühr + 25 EUR Tageslizenz (kein DTU-Startpass) = 50 EUR….Rumms! Claudi war darüber natürlich „not amused“  aber die Freigabe wurde zähen Verhandlungen letztendlich erteilt 🙂 . Wer Lust auf ein paar bewegte Bilder hat , hier gibt es einen kleinen Zusammenschnitt von Thomas Laut.

  

Es war Sonntagmorgen 6:00 Uhr als Marcus und ich  uns auf den Weg nach Reinheim/Überau am Rande des Odenwalds machten. Trotz einer kurzen Kaffeepause in Bruchsal und einem kurzen Navigationsproblem erreichten wir rechtzeitig und entspannt unser Reiseziel. Den ersten kurzen Schock bekam ich bei der Abholung meiner Startunterlagen…die waren einfach weg, zack…fort…verschwunden… hokus pokus…Pufff…in Luft aufgelöst! Es stellte sich dann heraus dass ein Nachmelder meine Nummer bekommen hatte. Ich musste dann ein Nachmeldeformular ausfüllen und bekam dann die neue Nummer…phuuu geschafft.  Der nächste Schock überkam uns als wir den Startbereich sahen, von der Startlinie ging es bei der ersten 5 km Laufrunde gleich mal 1,6 km bergauf. Wow! Notiz: Beim nächsten Mal die Wettkampf – Ausschreibung genauer lesen! Na gut, das war ja jetzt nicht mehr zu ändern also das Beste daraus machen.

Als nächstes holten wir unsere Räder aus dem Auto und brachten sie mit dem restlichen Kram in die Wechselzone. Meine Startnummer 160 war auch gleichzeitig der Platz für mein Rad. Voller Stolz führte ich meine „Neuerwerbung“ durch den Wechselzonenbereich, es war ein gutes Gefühl mit einem Rennrad einzulaufen und nicht mit einem Mountainbike. Die Freude darüber währte jedoch nur kurz. An meinem „Parkplatz“ angekommen wurde ich links und rechts von zwei Triathlon-Rennmaschinen flankiert,  die ihres gleichen suchten. Da stand ich nun in der Mitte mit meiner alten Schleuder und die beiden durchtrainierten Athleten grinsen nur, während einer sagt…“ey, keine Sorge beim Wechsel bist du der schnellste“…die Anspielung bezog sich auf meine Schlaufen an den Pedalen, in die mich mit meinen Laufschuhen reinschlüpfen konnte und nicht erst auf Radschuhe wechseln musste. Er hatte das zwar nicht böse gemeint aber der Stachel saß tief und ich beschloss den Kerl wenigstens in Grund und Boden zu rennen, koste es was es wolle!

Start Laufen 1

5 KM Laufen

Endlich war es soweit, die Fortgeschrittenen“  versammelten sich am Start und ohne Schuss aber mit Fahnenwinken wurde die erste 5 km Laufrunde eingeläutet. Die ersten 3-4 Läufer starteten gleich voll durch und waren auch nicht mehr einzuholen aber der Rest hatte dann doch Respekt vor dem anderthalbkilometerlangen Anstieg. Ich fühlte mich gut und zog an einigen vorbei….auch an den beiden Herrschaften von vorher J Yes! Euch zeig ich´s denke ich noch während mein Puls mir die gleiche Antwort gab. Innerhalb kürzester Zeit schoss der auf 172 Schläge pro Minute. Oben angekommen ging es dann leicht bergab, gefolgt von einem weiteren kleinen Anstieg. Als es dann wieder runter nach Überau ging, konnte viele Läufer hinter mir lassen und auch noch einige überholen. Dann kamen die letzten 800 Meter und es hieß beißen…wieder ein Anstieg. Dann war es geschafft, mit 4:19, 4:00, 3:51, 3:41 und 4:19 min/km auf den ersten 5er kam ich grob geschätzt  als 10ter in der Wechselzone an und schnappte mir mein Rad. Raus aus der Wechselzone und rauf auf den Bock.

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Aus dem Sattel und nochmal Schwung mitgenommen

33 KM Radfahren

Keine Zeit zum erholen…sogleich ging es wieder den Berg hoch und dieses Mal war der höchste Punkt erst nach gut 2,5 Km erreicht. Dann aber hieß es „Feuer frei“, die nächsten 2,5 km ging´s bergab. Mangels Erfahrung hielt ich mich auf der ersten bergabfahrt aber sicherheitshalber noch leicht zurück um einen Sturz zu vermeiden und prompt zogen auch schon die ersten Kontrahenten mit ihren 3000.- EUR- Raketen an mir vorbei. Ein 50 langes Kopfsteinpflaster durch Hippelsbach inmitten der Abfahrt war dann die Überraschung des Tages. Damit hatte ich nicht gerechnet und wurde aber so was von durchgeschüttelt….mein lieber Mann! Fast hätt es mir sogar meine Getränkeflasche aus der Halterung gehauen. Nach überstandenem gehoppel ein kurzer Check…alles ok…weiter ging`s. Jetzt noch das letzte Stückchen abfahrt und dann eine scharfe Rechtskurve auf die Bundesstraße 38 in Richtung Groß Bieberau. Auf dieser Strecke konnte man dann mal so Richtig Rennrad fahren. An den Vordermann ran arbeiten, nach hinten Verteidigen außer es kam wieder einer jenen die mit ihren Ferraris an mir vorbei zischten. Es ist beim Duathlon einfach nicht fair, da kannst du laufen was das Zeugs hält und den Topathleten die Stirn bieten, wenn du aber keine Rennmaschine hast verlierst du beim Radfahren alles doppelt und dreifach. Da hatte trotz einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 35 km/h auf der Ebene einfach keine Chance. Aber egal, ich zog das Rennen durch und gab mein Bestes. Wieder in Überau angekommen ging es dann auf die 2. Runde und schließlich auf die 3. Runde. LECK MICH AM BEMBEL! Als ich nach der letzten Radrunde nach 1:10:34 Std. vor der Wechselzone vom Rad stieg, dachte ich jetzt haut´s mich um. Die Beine waren schwer wie Blei und mein Oberschenkel  brannten wie Feuer.

5 KM Laufen

Jetzt kam die Königsdisziplin. Die Beine waren verdammt schwer und ich lief nach 33 Km auf dem Rad wie auf rohen Eiern. Nichts desto trotz musste ich wieder diesen herrlichen 1,5 km langen Anstieg bewältigen. Nach 5:18 Minuten war der dann der erste Kilometer überstanden und ich dachte jetzt ist es vorbei. Im rechten Oberschenkel braute sich was zusammen, ich dachte bitte jetzt bloß keinen Krampf. Es fühlte sich an als würde mein Oberschenkel mit dem Hammer und einem Flammenwerfer gleichzeitig bearbeitet. 50 Meter vor mir lief eine Triathletin die mich vor gut 10 Minuten mit Ihrem Monsterbike überholt hatte. Jetzt war er wach „The Wolf of Reinheim“. Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen aber die junge Dame wollte ich noch vor dem Gipfel knacken. Nach kurzer Zeit lief ich auf sie auf, dann hieß es Blick nach rechts lockeres grinsen aufsetzen und zack vorbei! Ja Freunde …das sind sie, die Momente…wenn dir dein Gehirn sagt das nix mehr geht, der Wille dann aber einfach doch stärker ist….einfach geil! Jetzt durfte ich aber nur nicht mehr einbrechen. So langsam konnte ich das Tempo wieder steigern und so verstrich der 2. Kilometer in 4:53 Minuten. Dann wieder leicht bergab und ich wollte es laufen lassen…Pustekuchen! Die Luft war zwar da aber die Muskulatur machte einfach nicht mehr mit. Beim bergablaufen spürte ich plötzlich ein Ziehen im hinteren Oberschenkel…Schei…bitte nicht! Mit einem Laufstil den man eigentlich nicht als solchen bezeichnen konnte lief ich einfach  weiter und versuchte den drohenden Krampf auszuschütteln. Trotz des Dilemmas lief ich den nächsten Abschnitt in 4:29er Schnitt. Ein Blick nach hinten verriet mir dass meine Verfolger mit gut 150 Meter Abstand dieselben Sorgen und Nöte hatten wie ich. Also Ruhe bewahren und das Ding voll heimbringen. Den 4. Kilometer auf flacher Strecke lief ich dann nochmals in 4:06 min/km. Jetzt musste ich nun die Zähne zusammenbeißen, leichter Anstieg zum Schluss in Richtung Sportplatz. Die Sonne brutzelte mir gnadenlos ins Gesicht….ups was war das? Da hatte ich doch glatt kurz vor dem Ziel noch einen Mitstreiter überholt. Dann war es soweit, einmal um die Ecke und ab durchs Ziel. Nach insgesamt 22:25 Minuten war auch der 2. Lauf beendet und damit auch ein echt harter aber sehr schöner Duathlon.

 Am Ende sprangen nach 1:55:13 Std. für mich der 47. Gesamtplatz und der 5. Platz in der AK 40 heraus. Marcus hatte sich ebenfalls gut durchgebissen und mit einer Zeit von 2:07:17 Std. sehr gut geschlagen.  In Anbetracht unserer Fokussierung auf den Regensburger Marathon am 4. Mai und der eher geringen Trainingskilometer auf dem Rad, sowie die doch sehr anspruchsvollen Strecke ist die Leistung aus meiner Sicht als sehr gut zu bezeichnen.

In diesem Sinne…keep on RUWO

 

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