Einen Halbmarathon mal so einfach „locker“ zwischendurch zu laufen und dabei unserem Novizen Edy „The Terrier“ vom Chicken Express bei seinem 1. Mal beizustehen, so war eigentlich war der Plan. Dafür hatten wir uns den Halbmarathon in Mannheim ausgesucht. Mit von der Partie waren auch Marcus und Christoph. Eigentlich wollten wir vier  das Ding gemeinsam laufen um Edy und Christoph unter 2 Std. ins Ziel zu bringen. Die Anmeldegebühr von über 40 EUR ließ mich dann aber doch etwas hadern.  Da Ende Mai mein Leistungszenit für das Frühjahr bereits überschritten war, musste ich aber auch damit rechnen, dass es in die Hose ging.  Also war nun die Frage ALLES geben und vielleicht NICHTS erreichen, ODER vielleicht doch? Oder doch lieber meine Mitläufer bei ihrem Vorhaben unterstützen? Da die anderen nix dagegen hatten, beschloss ich den Halbmarathon „voll“ zu laufen um zu sehen ob ich evtl. an mein Ergebnis von Kandel mit 1:26:00 heran kommen, oder sogar verbessern würde.

Erinnerung an meinem ersten Marathon den 2012 in Mannheim lief wurde sofort wach als ich die Menschenmassen rund um den Rosengarten und das unkontrollierte Gewusel im Congress Center sah. Naja so ist das halt bei solchen großen Events  aber ich muss immer mehr feststellen, dass diese Art von Veranstaltung mich nicht mehr all zu sehr reizt. Die langen Wege….vom Auto zum Startnummern abholen….von der Startnummernausgabe…zum Treffpunkt….vom Treffpunkt zur überfüllten Toilette…dann musst du dich eine halbe Stunde vorher in der Startaufstellung begeben…. usw.. und so fort. Was soll ich sagen, diese „MegaEvents“ haben zwar schon auch ihr eigenes Flair aber wenn ich beispielsweise an den Regensburg Marathon denke, bei dem es auch noch möglich ist 5 Minuten vor dem Start in die Aufstellung zu gehen kann, gefällt mir das deutlich besser.

Nachdem wir also die letzten Vorbereitungen getroffen, und die Kleiderbeutel im Untergeschoss abgegeben hatten, was aber wegen der vielen Schnarcher die sich auf der eh überfüllten Treppe breit machten gar nicht so einfach war, machten wir uns auf in die Startaufstellung. Als meine Garmin FR305 sich nach minutenlanger Suche  auch mal bequemte und Kontakt mit dem Satelliten aufnahm, erfolgte kurz danach auch schon der Startschuss.

Einen 4:05er Schnitt wollte ich nach Hause bringen und so lief ich das Rennen auch an. Die Stimmung war gut, ich  fühlte mich gut und so ließ es die ersten paar Kilometer laufen. Da ich im 1. Startblock starten konnten war es auch  nach relativ kurzer Zeit möglich  ohne großartigen „Körperkontakt“ zu den Mitläufern zu laufen. Ich konzentrierte mich und genoss gleichzeitig noch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer. Nach dem 3. Kilometer sah ich dass mein Puls bereits jetzt schon bei 162 Schlägen lag, es war zwar tolles Wetter aber für einen Bestzeiten-halbmarathon eher zu warm. Nun ja, den Gedanken an den Puls warf ich schnell wieder über Bord und lief einfach meine Pace von 4:05 min/km laut meiner GPS Uhr.

Das Kilometerschild 5 auf der Seckenheimer Landstraße passierte ich nach 20:34 Minuten. Soweit noch alles im Butter. Nun kam der Abschnitt zwischen KM 5 und 10 auf dem es richtig gut lief. Dank einer kleinen 5er Gruppe die sich immer wieder in der Führung abwechselten liefen wir ein Tempo von 4:01 min/km auf diesen 5 Kilometern. Trotz des immer weiter ansteigenden Pulses hatte ich ein super Gefühl…das könnte heute doch was werden dachte ich. Das durchqueren der SAP-Arena welches als absolutes „Highlight“ auf der Strecke galt, war nach 10 Sekunden durchquert. Ok, es hatte sich schon eine Herde Zuschauer davor und dahinter postiert um die Läufer und Läuferinnen anzufeuern aber ein „Highlight“…naja lassen wir das mal so stehen. Auf jeden Fall lief ich auf dem „Feldweg“ zwischen SAP-Arena und Seckenheim den KM9 mit einem Tempo von 3:39 min/km. Hammer!

Zwischen Kilometer 10 und 15 kam aber das eigentliche Highlight, welches ich noch vom Marathon in 2012 kannte und zwar das Gänsehautfeeling beim lauf durch Seckenheim. Einfach geil kann man da nur sagen. Ich hatte ein so unglaubliches Glück, mit einem Läufer unterwegs zu sein, dessen Heimat Seckenheim ist(so stand es auch auf seinem Trikot). Die Leute peitschten den Kerl nach vorne als gäbe es kein Morgen und flog dem netten Herrn im Windschatten förmlich hinterher 🙂

Doch dann geschah es, zwischen Kilometer 13 und 17 hatte ich plötzlich unheimliche Probleme mit meiner linken Fußsohle. Diese krampfte immer wieder und ich hatte keine Wahl als das Tempo etwas rauszunehmen. Diese komischen Krampfanfälle zogen sich dann zwischendurch hoch bis in die linke Wade…was war denn das? Das hatte ich noch nie! Die Zeiten pro km von 4:14 und 4:15 hatte ich nun auf einmal das Nachsehen..so ein Mist! Das Kilometerschild 17 war vorbei und auch der Schmerz in der Fußsohle..also Schlussspurt oder noch warten? Ich hatte ja was aufzuholen als machte ich ein wenig Druck. Die Tiefstehende Sonne auf den letzten 4 KM hatte mich völlig wahnsinnig gemacht und ich war froh  dass ich endlich ohne Augen zukneifen laufen konnte.

Inzwischen säumten auch wieder viele Zuschauer die Strecke was einem nochmals richtig Schub gab. Bei KM 19 angekommen wollte ich es wissen und lief was noch ging. Mein Uhr zeigte einen 4:07er Schnitt und damit war ich nicht wirklich zufrieden. Eine 3:57  und eine 3:54 auch KM 20 und 21 waren das Resultat. Dann war es auch schon soweit, rund um den Friedrichsplatz säumten sich die Zuschauer in Massen und noch einmal nahm ich mich zusammen und presste auch das letzte Quäntchen aus mir raus….ich glaube man kann es auf dem Bild ziemlich gut erkennen 🙂

Mit einer Pace von 3:36 min/km flog ich beim Endspurt über die Ziellinie. Der Blick auf die Zieluhr und auf meine FR305 offenbarten mir eine Zeit von 1:27:46 Std. Nein, es hat also nicht geklappt! Etwas stutzig machte mich im Nachhinein die gelaufene Strecke die auf meiner Uhr angezeigt wurde. 21,5 KM! Hmmmm….nach all den kuriosen Dingen die beim  Marathon in Mannheim in diesem Jahr los waren(ich gehe in meinem Bericht hier nicht darauf ein, da wurde bei anderen schon etliches darüber geschrieben), wäre es auch nicht so abwegig dass die Strecke tatsächlich etwas länger war als sie sein sollte. Das lass ich aber jetzt einfach mal so stehen. Dass es mit einer neuen Bestzeit knapp werden würde  war klar aber wie sagt mein lieber „Online-Trainer“ Peter Greif sinngemäß: Man soll nicht immer nur den nächsten Wettkampf sehen, sondern auch die langfristige Verbesserung der Schnelligkeit und Ausdauer. Von daher gesehen, war das heute für mich dann halt einfach ein Tempodauerlauf über 21,5 KM 🙂

Der große Sieger an diesem Abend war aber unser Edy. Sein auserkorenes Ziel war den Halbmarathon unter 2 Stunden zu schaffen. Mit Hilfe von Marcus als Pacemaker und Motivator war die 1:56:17 Std. am Ende nur noch reine Formsache.

Für Christoph hatte es nicht ganz gereicht aber mit 2:05:01 Std. hatte er sich trotz der warmen Temperaturen gegenüber dem Halben in Kandel um 7 Minuten verbessert. Spätestens im Herbst wird die 2 Stundenmarke aber auch bei ihm fallen. Ja und was war eigentlich mit Marcus? Nun ja für ihn war das in Mannheim nicht Fisch und nicht Fleisch. Als Pacer für Edy hatte er mit selbigem, mit sich selbst 🙂 und mit den Zuschauern wohl wie immer so richtig viel Spaß….denn das ist ja schließlich auch der Grund wofür wir das alles machen.

In diesem Sinne….Keep on RunningWolle

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