Für eine neue persönliche Bestzeit über 10 KM gab sich die badische Läufergemeinschaft zum Saisonende am vergangenen Wochenende beim 17. Hockenheimring-Lauf ein Stelldichein. Um auch meine Laufsaison zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen, war das natürlich ein Pflichttermin. Eigentlich war für mich ja schon die Offseason eingeläutet aber nichts desto trotz ging es mit weiteren 10 Teilnehmern vom Chicken Express frohen Mutes nach „Hoggene“. Um jeglichen Stress zu vermeiden trafen wir bereits um 8:00 Uhr auf den  großen Parkplatz ein. Doch was mussten wir da sehen…..? Erstmal garnix! Eine dicke Nebelsuppe hüllte die Rennstrecke so dermaßen ein, dass selbst der Asics-Startbogen nicht zu sehen war.

Eigentlich wollte ich es ja für dieses Jahr nach dem PfalzTrail gut sein lassen und meinen geschundenen Füßlein die nötige Ruhe geben aber nix dergleichen. Ich fühlte mich sehr gut und und wollte es einfach nochmals wissen. Angesichts meines anstehenden Wiegenfestes welches sich in wenigen Tagen zum 40igsten male jähren sollte, wollte ich versuchen die 10 KM mit unter 40 in unter 40 Minuten zu laufen. Wie schon so oft in diesem Jahr ging es mal wieder MIT-OHNE viel Vorbereitung auf die bestzeitenfähige Formel 1 Strecke. Ob das gut gehen würde stand in den Sternen.

Zu aller erst  einmal waren aber die 5KM Läuferinnen und Läufer an der Reihe. Vom Chicken Express waren heute Andrea, Elvira, Uwe und unser Töchterle Vanessa am Start. Meine Frau Claudia musste aufgrund einer Erkältung leider passen. Für Vanessa war es zugleich  ihr erster offizieller 5KM Lauf.

Nach exakt 29:22 Minuten lief Familie Becker gutgelaunt über die Ziellinie. Da auch Andrea erst Erkältung auskuriert hatte war diese Leistung wirklicht Top. Nun hieß es warten bis Vanessa kommt. Doch unsere Gardetänzerin ließ überraschenderweise überhaupt nicht lange auf sich warten. Nach sage und schreibe 32:11 Minuten lief unsere Novizin durch fertig mit der Welt aber überglücklich durch den Zielbogen. Zu guter Letzt setzte Elvira noch einen drauf und lief mit 40:40 Minuten eine neue PB.

Zwischen 5KM Rennen und dem 10KM Rennen schoben die Veranstalter noch die Bambinis und die Schülerläufe. Unsere kleine Tochter Melissa und Jens zeigten ihr Können beim 1100 Meter langen Schülerlauf. Der Leichtathlet Jens kam bereits nach 5:07 Minuten ins Ziel und belegte damit den 83. Gesamtplatz. Melissa, die am Anfang wohl etwas zu schnell angelaufen war, konnte mit immerhin noch mit respektvollen  6:14 Minuten über 20 Kontrahenten hinter sich lassen. Das bei diesem Event der Spaß an der Sache im Vordergrund stand war für unser zweite Gardetänzerin von vornherein klar.

Mit etwas Hektik ging es dann für uns 10 KM Läufer vom Zieleinlauf in Richtung Start. Am Start nahmen wir in der ersten Startgruppe Aufstellung, allerdings machte ich mir auch noch überhaupt keine Gedanken darüber ob ich evtl. mit der zweiten Gruppe starten sollte, die sich einige 100 Meter weiter hinter uns versammelt hatte.  Dass diese sich allerdings die erste Schleife ersparten und sich somit auch keine Gedanken über die IDEALLINIE (die in diesem Rennen doch eine besondere Rolle spielt) in den ersten Kurven machen mussten, sondern einfach geradeaus laufen konnten, hatte ich nicht bedacht.

Marcus, Carsten und ich kurz vor dem Start

Marcus, Carsten und ich kurz vor dem Start

Als der Startschuss schepperte ging es endlich los. Ich hatte mir vorgenommen knapp unter 4er Schnitt loszulaufen. Nach 3:54 min/km erreichten Marcus und ich auf der Start/Zielgeraden bereits den ersten Kilometer.  Zwischenzeitlich stieß auch die zweite Startgruppe auf die erste Startgruppe was uns in erfolge dann doch zu vielen zickzack Überholmanövern zwang.

Nach gut anderthalb Kilometern hatte sich das Feld dann gut auseinander gezogen. Ein Blick auf die Uhr nach  dem zweiten KM… 7:55 Minuten. Hmmm…d.h. der letzte war eine 4:01, jetzt aber ran an den Speck. Ich ziehe das Tempo wieder etwas an und bin immer wieder am überholen. Bei KM 3 angekommen konnte man auf der Gegengeraden schon die Spitze des Läuferfeldes sehen. Ich selbst konzentrierte mich aber weiter auf mein Rennen. Ich fühlte mich wirklich gut und hatte auch endlich mal nicht das Gefühl zu schnell gestartet zu sein, also alles paletti! Marcus, der zu Beginn noch neben mir war lief seit geraumer Zeit mit leichtem Abstand hinter mir, das war eine tolle Leistung von ihm bis hierhin.

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Viel Platz…aber wo war die Ideallinie?

Nach der Spitzkehre befand ich mich auf Gegengeraden und konnte nun die Läufer hinter mir sehen und das waren wirklich noch eine Menge…Inzwischen bewege sich meine Gruppe, die eigentlich nie eine war, weil irgendwie keiner mein Tempo lief in Richtung Mercedes Benz Tribüne. Wieder musste ich außen herum überholen. IDEALLINIE war was anderes…mmmpff.. KM 4 war dann aber auch im 3:56er Schnitt erledigt und es ging rein ins Motodrom. Einmal Sachskurve, dann Südkurve und Feuer frei auf der Start/Zielgeraden wo unsere liebsten mit Fotoapparaten bewaffnet auf uns warteten.

Über 5 KM waren inzwischen absolviert als plötzlich eine schnaubende Elke Hamleser vor mir auftauchte. Wieder einmal muss man sagen. Fast bei jedem Volkslauf in unserer Umgebung treffe ich auf sie. Zuletzt hatte sie wegen meiner Verletzung  ja meistens die Nase vorn aber heute konnte ich sie zwischen KM 6 und 7 kurz vor der Bernie Ecclestone Kurve überholen 🙂 Am Ende hatte ich noch knapp 10 Sekunden Vorsprung. Apropos KM 7…der war jetzt auch geschafft und zwar nach 3:59 Minuten. Eigentlich lief alles nach Plan, eine Zeit unter 40 Minuten sollte das doch eigentlich werden. Dann nochmals die Spitzkehre, die Mercedes Benz Tribüne, die Sachskurve, die Südkurve und dann mit Dampf auf die Zielgerade. Die KM 8 und 9 verstrichen in 4:02 und 3:58 Minuten.

Noch einmal nahm ich alle Kräfte zusammen und holte auf den letzten paar Hundert Metern alles raus.

Über die Ziellinie – Garmin abgedrückt – letzter KM 3:50 km/min -Yepeeeee….ähhhmmmm… Scheiße…was ist das? Meine Uhr zeigt eine Gesamtzeit von 40:38 Minuten und eine Distanz von 10.31 KM. Ich reibe mir die Augen und schaue nochmals nach. Hmmm…alle KM bis auf 2 (4:01 und 4:02) waren doch deutlich unter 4er Schnitt? Direkt im Ziel am Getränkestand, bei dem es Wasser nur auf Nachfrage gab, unterhielten sich gleich einige Läufer über die Differenzen was die Distanz betrifft. Ich war wohl nicht der einzige der die IDEALLINIE nicht „gefunden“ hat. Nichts desto trotz hat der Lauf sehr viel Spaß gemacht. Auf einer Formel 1 Rennstrecke mal richtig Gas zu geben war echt cool.  Auch nach dieser suboptimalen Vorbereitung ist der Saisonabschluss doch noch gelungen. Denn auch mit einer offiziellen Zielzeit von 40:38 Minuten ist die Welt für mich in Ordnung. Jetzt heißt es erstmal Füße hoch und Regeneration bis Ende November.

Meine Mitstreiter vom Chicken Express hatten ebenfalls tolle Zeiten erreicht. Für die Überraschung des Tages war aber definitiv Carsten verantwortlich, der nach wirklich kurzer Zeit nun schon die 50 Minuten Marke geknackt hat.

Hier die Ergebnisse vom Chicken Express Running-Team: Bildschirmfoto 2014-11-09 um 18.10.24

Zum Schluss  waren alle glücklich und dann gab´s auch den verdienten Kuchen…. 🙂

Im übrigen kam heute zum erstem mal der Cloudracer von ON im Wettkampf zum Einsatz. Für mich ist er auf einer solchen Strecke und Distanz künftig die erste Wahl. Ein Wahnsinns Schuh !!!

In diesem Sinne….Keep on cropped-RUWO3-1024x437

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