Wir schreiben heute den 1. Advent und die Vorbereitungen für die neue Laufsaison haben inzwischen wieder begonnen. Der richtige Zeitpunkt also für einen kurzen Blick zurück. Eigentlich bin ich ja ein „Nachvornegucker“ aber mein Laufjahr 2014 hatte es wirklich in sich – ein ständiges auf und ab, eine Symphonie der Gefühle sozusagen. Da ja die Erinnerung das Geheimnis der Erlösung ist, arbeite ich mit diesem Rückblick mein Seuchenjahr nochmals kurz auf um es danach auch entgültig abzuhaken.

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Mit der Zeitmaschine blicke ich zurück

Dann marschiere ich jetzt mal in den Keller, werfe meine Zeitmaschine an  und stelle den Zeithebel auf den 06. Januar 2014 ein.

Nach 318 Trainingskilometer im Dezember stand im Januar ein 10 KM Formüberprüfungslauf an. Ich entschloss mich diesen einfach in einen Wettkampf zu packen. Beim Drei Königslauf in Diehlheim konnte ich also zum erstem Mal sehen was bisher geht. 42:20 Minuten über 10 KM wäre laut Peter Greif eine „überragende Frühform“ gewesen. Dass ich auf der doch ziemlich profilierten Strecke nach 40:29 Minuten über die Ziellinie lief, war die Euphorie natürlich groß.

Erstes Highlight war 2 Monate später der Halbmarathon in Kandel, der als Vorbereitung und gleichzeitiger Testlauf für den Frühjahrsmarathon bestens geeignet war. Bei bestem Laufwetter gelang mir eine Zielzeit von 1:26:23 Stunden. Perfekt!

Dieses Vielversprechende Ergebnis beflügelte mich bei meinem ersten Lauf des PSD LaufCups 2014 in Maximiliansau bei dem ich erstmals die 40 Minuten knacken konnte. Vorausgegangen war hier  sogar ein morgendlicher lockerer 25KM Lauf. (35 KM müssen 2 Wochen vor dem Marathon ja nochmals sein :-)).

Nach dem Duathlon in Rheinheim und dem Neureuter 5 Km Lauf war es dann endlich soweit – MARATHON REGENSBURG! Bei optimalen Bedingungen startete ich wieder einmal viel zu euphorisch, denn eine neue BESTZEIT „musste“ ja her. 3:06 – 3:08 Stunden sollten möglich sein, doch dank meiner stümperhaften Taktik bekam ich bei KM 38 die Quittung. Das Ergebnis 3:12:04 Std. war mal wieder überdurchschnittlich mittelmäßig.

Ein grandioser Lauf bei der Badischen Meile mit 33:39 Minuten über 8,8889 KM bescherte mir eine Woche nach meiner „Glanzvorstellung“ in Regensburg dann doch noch ein versöhnliches Frühjahr.

Nicht Fisch, nicht Fleisch waren die 1.27:46 Std.  beim Halbmarathon in Mannheim. Ja Gott im Himmel die Form war halt nicht mehr auf dem Höhepunkt, die Strecke…naja… und irgendwie war es auch ziemlich warm an dem Tag/Abend.  Abgehakt!

Dann das Fiasko….PSD LaufCup in Rülzheim. Eine Hitze kann ich euch sagen…phuuu…schon früh am Morgen sehr hohe Temperaturen um die 25 °C. Bereits während des Laufs hatte ich unerklärliche Schmerzen in der Fußsohle, doch was sollte ich machen? Klar wird weiter gelaufen! Die Endzeit von 40:28 Minuten über die 10 KM war nicht berauschend ging aber aufgrund der Temperaturen und der leicht crossigen Strecke in Ordnung.

Das Schicksal war besiegelt! Nach dem Südpflalzauf in Rülzheim konnte ich kaum noch Auftreten – Schmerzen wie ein Vieh! Ergebnis nach ärztlicher Untersuchung = Plantar fasciitis. Die SEUCHE hatte mich erwischt.

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Ich konnte es einfach nicht glauben und wollte es nicht wahrhaben aber nach einigen zimperlichen Laufversuchen musste ich mich beugen und legte eine lange Laufpause ein. Die Alternative hieß Rennrad!

Den Rheinhafen Triathlon und den Rheinstettener Triathlon  konnte ich einfach nicht auslassen, zu sehr hatte ich mich darauf gefreut und trainiert…hauptsächlich das Schwimmen. Der Triathlon in Rheinstetten war trotz meiner Schmerzen ein echtes Highlight. Echt eine tolle  Geschichte so ein Triathlon – nächstes Jahr definitiv wieder! Doch danach war Schluss, an laufen war nicht mehr zu denken….Schmerzen….Schmerzen …..Schmerzen.

5 Wochen später dann der 1. Laufversuch beim Lußhardtlauf in Hambrücken. Vorsichtig lief ich die ersten KM im 5er Schnitt an. Am Ende konnte ich sogar noch eine kleine Schippe drauflegen. Nach 46:48 Minuten mit nur ganz leichten Schmerzen glücklich im Ziel.

Doch was sollte ich tun? Der Berlin Marathon war samt Hotel gebucht aber ohne richtige Marathonvorbereitung des selbigen zu laufen? Das musste doch in die Hose gehen…oder? Zunächst jedoch hatte ich die ehrenvolle Aufgaben für meinen Kumpel Christoph vom Chicken Express beim Halbmarathon in Karlsruhe die Pace zu machen. Ziel war unter 1:58 Stunden. Gesagt getan, mit 1:57:26 Stunden war das eine Punktlandung um mein erster „Long Jog“ in der Vorbereitung für Berlin 🙂 wenn man von sowas überhaupt reden kann.

Doch wie das Leben so spielt, bleibt die Zeit nicht stehen und ich stehe am 28.9.2014 in der Startaufstellung des Berlin Marathons. Ich bekomme beim schreiben dieser Zeilen sofort wieder eine Gänsehaut – Unglaublich war das, wirklich unglaublich! Noch unglaublicher waren allerdings die letzten paar Hundert Meter  durch das Brandenburger Tor bis in Ziel und das in 3:16:02 Stunden. Nicht das ursprüngliche Wunschergebnis aber ohne klassische Vorbereitung war das echt der Wahnsinn. Im Prinzip war das Ergebnis in Berlin auch zweitrangig – Emotionen pur!

Apropos Emotionen….nach dem ich den Marathon absolviert hatte und keine Schmerzen mehr beim Laufen bekam, stand noch der Pfalztrail auf der Agenda, eine richtig tolle Veranstaltung – Trailrunning macht mal so was von Spaß aber hallo!

Ja Spaß..den hatte ich und zwar ab KM 27. Wadenkrämpfe wie ich sie noch nie hatte zwangen mich schier zur Aufgabe. Nach ein paar Gehpausen und Dehnversuchen ging es wieder einigermaßen aber meinen 1. Platz in der Altersklasse vom Vorjahr konnte ich nicht mehr verteidigen.

Schluss sollte nun sein aber es ließ mir einfach keine Ruhe. Noch einmal ‚ nen Zehner raushauen – vielleicht beim Hockenheimring Lauf? Jawohl! Mit dem Großteil des Chicken Express Running-Teams ging es auf die Rennstrecke! Alles gegeben und eine neue PB glauben, so dachte ich, als auf meiner Garmin 310 XT nach 10 KM 39:33 Minuten abzulesen waren. Doch was war da los? Die Strecke war noch nicht zu Ende….hhhmmmmpffff….so eine Sch….! Es war keine neue offizielle PB aber das Wissen ich nach all biegen, beugen und kämpfen noch die Leistung drauf habe, tat wirklich gut!

Und zur Belohnung für alle Strapatzen gab`s dann zu meinem Vierzigsten ….mmmmhhhhhh 🙂

In diesem Sinne….Keep on cropped-RUWO3-1024x437

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