Mit viel guter Stimmung und einer Menge Vorfreude fuhr ich letzten Freitag mit 4 weiteren Marathon-Chickens samt Anhang in Richtung Norden zum 30igsten Hamburg Marathon. Für Marcus und mich war es der 6. bzw. 7. Marathon.  Mit an Bord waren aber auch Claudia, Christoph und Edy, für es die Marathonpremiere werden sollte. Die Fahrt war kurzweilig und ohne größere Verkehrsproblemchen kamen wir gegen 16:00 Uhr im Zentrum des Hamburgmarathons an.

Im Bus

Die Marathon-Chickens im Mietbus auf dem Weg nach Hamburg

Das InterCity Hotel befindet sich genau an den Messehallen und ist nur einen Steinwurf von der Marathonmesse und vom Start/Zielbereich entfernt. Auch die Innenstadt ist nach nur 2 Haltestellen erreicht, die ideale Unterkunft also für ein entspanntes Wochenende.

Durch die zeitige Ankunft nutzten wir auch gleich die Möglichkeit schon am Freitag die Startunterlagen abzuholen. Nachdem wir unsere Nummern samt Starterbeutel und Zwischnzeitenarmband am Mann hatten, statteten wir sogleich dem heißbegehrten Krombacherstand unseren 1. Besuch ab.

Krombacher

Der Krombacherstand war nicht nur für uns ein beliebter Anlaufpunkt

Der Magen hing uns so langsam schon am Boden, was bedeutete „Die Hühner brauchen Körner“ 😄. Nur noch schnell unsere Startnummernbeutel in der Bettenburg verstaut und dann ab mit der kostenlosen vom Hotel gesponserten 3-Tages-Fahrkarte in die U-Bahn in Richtung Jungfernstieg. Die Abendsonne und die milden Temperaturen luden zum verweilen ein aber der Hunger trieb uns vorbei am Rathaus ins Hofbräuhaus zu einem deftigen Marathonmahl.

Am nächsten Morgen ginge nochmals kurz auf die Marathonmesse, Mizuno T-Shirt umtauschen (S war doch etwas zu optimistisch :-)) und dem Krombacherstand den 2. Besuch abstatten 🙂 . Danach ging es dann mit der Bahn zu den Landungsbrücken. Die Hafenrundfahrt hatte uns trotz des Hamburger Schietwetters viel Spaß gemacht.

Nach dem ganzen Sightseeing zogen wir Läufer uns gemütlich in eine Lounge zu Kaffee und Gebäck zurück während unsere Frauen die Hamburger Europapassage unsicher machten.

 

Marcus und ich beim chillen in der Coffee-Lounge

Nach einer vorschriftsmäßig verdrückten Pizza (laut Peter Greif das ideale Essen für den Marathonvorabend) ging´s zurück ins Hotelzimmer um die letzten Vorbereitungen für den morgigen Haupttag zu treffen.

Der Marathon

Der Wecker schelllte um kurz vor 6:00 Uhr. Nach einer wie üblich sehr besch…. Vormarathon-Nacht ging´s zum gemeinsamen Frühstück. Die Gelassenheit der vergangenen Tage war wie weggeblasen. Vorfreude und Aufregung vermischten sich immer mehr. Meine Gedanken schweiften immer um meine geplante Zielzeit von 3:05h, die aufgrund meiner Leistungen auf den Unterdistanzen durchaus drin sein sollte. Das miese Wetter und die bei genauerem betrachten nicht wirklich Topfebene Rennstrecke, ließen mich etwas nachdenklich werden. Den vorab besprochen Treffpunkt am Eingang zur Kleiderbeutelabgabe mit unserer Marathonnovizin Claudia wurde zur Farce. Aber das hätten wir uns bei so vielen Marathonis ja eigentlich denken können. Doch wie durch ein Wunder kreuzten uns unsere Wege doch noch auf dem Weg zum Start.

Endlich Komplett – v.l. Christoph, Edy, Marcus, Claudia und ich kurz vor dem Start

Trotz des bescheidenen Wetters herrscht gute Stimmung unter den Läufern. Nach ein paar kleinen Runden des Warmlaufens, wohlgemerkt im Startblock ….!?!?!?….stellte ich mich aufgrund des immer größer werdenden Andrangs so langsam aber sicher auf meinen Startplatz. Kurz vor dem Start schweifte noch einmal mein Blick über das Starterfeld hinter mir. Ups…der 3 Std. Zug-Bremsläuferballon war weit hinter mir…Mist, viel zu weit vorne!

Es war 9:00h als Bürgermeister Olaf Scholz mit einem Startschuss den Marathon in Gang brachte. Den ersten KM lief ich bewusst zurückhaltend in 4:31 min/km. Doch schon auf der Reeperbahn war es vorbei mit Zurückhaltung, leider ja leider hatte ich mich nicht im Griff und ließ mich wieder mal von der Euphorie mitreisen. Ich knallte eine 4:07 auf die „Sündigste Meile der Welt“ 🙂 Dieser Tempowechsel begleitete mich dann auch fast über das ganze Rennen. Bis KM 35 lief ich immer wieder viel zu schnell, was aber auch nicht selten mit der Topographie und den Stimmungsnestern rund um die Marathonstrecke zu tun hatte. Apropos Stimmungsnester, das Hamburger Publikum war echt absolute Spitzenklasse. Trotz des Schietwetters sammelten sich 10tausende an der Strecke und feuerten die Läuferinnen und Läufer erstklassig an.

Das Fahrtspiel

Nun aber zurück zu meinem „Fahrtspiel“ über 42 KM. Trotz des ständigen auf und ab´s durchlief ich KM 5 mit 22:01 min. KM 10 mit 44:06 min und KM 15 mit 1:06:05 und Halbmarathonmarke mit 1:33 Std. eine durchaus der Tempotabelle entsprechende Pace. Ich war guter Dinge und auch mit meiner Schuhwahl war ich bislang richtig gelegen. Mit dem neuen New Balance Zante entschied ich mich für einen leichten, dynamischen und trotzdem genügend gedämpften Laufschuh. Die Halbmarathonmarke hinter mir gelassen, ging es nun vorbei am Stadtpark in Richtung Hamburg Nord wo die 30 KM Marke auf mich wartete. Mit einer Pace von 4:20 min/km überquerte ich die pfeifende Matte der Km-Markierung.

Zum wiederholten Male drückte ich mir ein bislang von mir nicht getestetes Gel von Dextro Energy (gab´s an den Verpflegungsstellen) rein, um noch genug Dampf für die letzten Kilometer zu haben. Doch bereits seit einiger Zeit hatte ich ein mulmiges Gefühl im Magen, mir war nicht wirklich schlecht aber auch das Gegenteil war nicht der Fall. Mir war einfach Unwohl. Das hatte ich noch nie, ob´s an den Gels lag dich ich nicht vertrug? Wer weiss… egal ich musste da jetzt durch. Etwas später drückte mich dann die Blase so sehr, dass ich sogar kurz austreten musste. Wieder 30 Sekunden weg…so eine Schei…..!

Günther hat mich erwischt

Bei KM 35 angekommen war ich schon ziemlich gezeichnet. Auch die letzte KM-Zeit schnellte von 4:28 min/km auf 4:55! Klassischer Einbruch! Der Mann mit dem Hammer oder wie man in Hamburg sagt: „Günther“ hat mich erwischt. Das war sehr niederschmetternd für mich. War ich doch so gut vorbereitet, nicht krank über den ganzen Winter, neue Bestzeiten im Frühjahr auf den Unterdistanzen, sogar `nen 40er im Training bin ich gelaufen und jetzt das. Beim KM 36 war es dann soweit der erste Krampf musste ausgedehnt werden. Danach konnte ich zwar wieder recht gut weiterlaufen aber an die Pace von 4:25 kam ich bei weitem nicht mehr ran.

Das Spiel wiederholte sich dann sogar bei KM 40 noch einmal. Eine flache Bewegung und ich hätte an beiden Waden gekrampft 🙁 . Ein Blick auf die Garmin verhieß nicht Gutes. 3:01 Std. bei KM 40.

Das Ziel

Jetzt ging es an´s Eingemachte, die Zuschauer standen in Massen auf den letzten beiden Kilometern. Eine unglaubliche Stimmung zauberte mir nochmals Gänsehaut auf den Leib. Jetzt nur nicht mehr stehen bleiben…durchkämpfen…vielleicht noch ganz knapp eine neue persönliche Bestzeit? Dann die letzten 100 Meter über den Roten Teppich. Da war es DAS ZIEL!

 

Mit 3:12:15 Std. überquerte ich die Ziellinie in Hamburg. 6 Sekunden langsamer als meine persönliche Bestzeit von Regensburg vor einem Jahr. Ich bin zwar glücklich und froh es geschafft zu haben und den Kampf zwischen Körper und Geist gewonnen zu haben aber mit der Zeit war ich nicht ganz einverstanden. Ich hatte gehofft, gekämpft und am Ende dann doch „verloren“. Meine Freunde vom Chicken Express Running-Team kamen ebenfalls gesund und glücklich ins Ziel. Marcus konnte mit 3:30:53 Std. seine PB von Berlin auch nicht erreichen aber das ging wohl sehr vielen so, wie ich im Nachgang lesen konnte. Das Wetter und die Strecke taten ihr übriges hinzu. Edy (3.50:37 Std.), Claudia (3:51:08 Std.) und Christoph (4:17:03 Std.) finishten alle 3 ihren ersten Marathon in ganz tollen Zeiten.

Ein ganz dickes Lob geht an unsere Frauen die wie viele andere auch auf der Tribüne im Ziel über 4 Stunden Wind und Wetter trotzten und uns überschwänglich im Ziel empfingen.

Die erfolgreichen Marathon-Finisher vom Chicken Express. Leider fehlt Claudia, die in einem anderen Hotel untergebracht war auf dem Bild

Ein richtig tolles Wochenende mit Freunden und unserem liebsten Hobby ging damit zu Ende. Den Hamburg Marathon würde ich auf jeden Fall empfehlen. Allein die tolle Stimmung an der Strecke ist wirklich unglaublich und die Teilnahme wert.

In diesem Sinne….Keep on

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