Welches Rezept man für eine ausgezeichnete Laufveranstaltung benötigt, das wissen die Veranstalter des Volksbank Ettlingen Altstadtlauf ganz genau. Auch in seiner 12. Auflage ließen die speziellen Zutaten den Läuferinnen und Läufern die Zunge schnalzen. Während einige Volkslaufveranstalter sich zum Teil einem LaufCup anschließen, um die 400-500 „Kunden in den Laden zu bekommen,“ blicken die Veranstalter in Ettlingen schon seit Jahren in die Augen der weit über 1000 Läuferinnen und Läufer an der Startlinie. Doch mit welchen Bestandteilen hantieren die Köche für dieses perfekte 3 Gänge Menü?

Die Vorspeise

Man nehme einen Freitagabend (Juhuu… Wochenendstimmung) im Juni, und stelle den Startschusswecker des Hauptlaufs auf 19:30 Uhr ein, so dass auch wirklich die allermeisten Laufjunkies  Zeit haben. Als Örtlichkeit fügt man einen schönen Stadtgarten hinzu, der gespickt mit Bier- und Grillwagen, Sitzgelegenheiten, Bühne uvm. , direkt vor den Türen des Veranstalters liegt, welcher das Ganze Spektakel mit vielen freundlichen Helfern  mustergültig organisiert. Eine personalisierte Startnummer, sowie Kinder und Jugendläufe noch kurz  untergerührt runden den Appetizer ab.

Der Hauptgang

Als Grundlage rollt man einen Rundkurs durch die Altstadt aus. Ein paar kleine Höhenmeter schneidet man aus und verrührt sie mit einer super Stimmung rund um die Strecke.  Dazu kommt ein neues Gewürz namens „Zugläufer für 40, 45, 50, 55 und 60 Minuten“ welcher für ein sättigendes wohliges Gefühl im Nachgang sorgt.

Der Nachtisch

Die sehr gelungene Süßspeise beinhaltet zuerst eine neue super Zielzeit als auch eine schöne Medaille. Eine gute Zielverpflegung wird anschließend untergehoben und mit einem freien Eintritt ins Albgaubad steifgeschlagen. Dekoriert wird das ganze dann mit einer grandiosen After-Race-Party.

Das Rennen

Da ich das tolle Gericht auf der Speisekarte auf keinen Fall verpassen wollte, habe ich natürlich an dem Lauf teilgenommen. Dieses mal waren auch noch Claudi Wipfler, Uwe Becker, Jonas Becker, Jörg Becker vom Chicken Express Running-Team mit an Bord.

Der Start des Volksbank Ettlingen Altstadtlaufs Bild: http://www.sportfotos-ettlingen.de

Auf diesen Lauf freute ich mich ganz besonders, denn heute wollte ich mich vom 40 Minuten Zug- und Bremsläufer mitziehen lassen, um so endlich aus dem frustrierenden Formtief herauszukommen. Der Startschuss kam pünktlich um 19:30 Uhr bei spitzenmäßigen Läufertemperaturen. Gleich zu Beginn blieb ich am Mann mit dem 40 Minuten Ballon dran. Kein zu schnelles loslaufen, nichts überhasten, Kräfte sparen für die letzten Kilometer. So ging es dann auf die erste von insgesamt 3 Runden, 2 davon über 3,525 KM und die letzte über 2,950 KM. Vorbei am Freibad brummte meine Garmin 310 XT auch schon zum ersten Mal, 3:55 Minuten auf den ersten Kilometer. Fast schon ein bisschen zu flott aber ich fühlte mich gut und ich dachte der Mann weiß bestimmt was er macht, schließlich war „mein“ Zugläufer kein geringerer als der Triathlet vom Tri-Team SSV Ettlingen und Ironman Moritz Gmelin, der auf Hawaii immerhin zwei Mal dritter in seiner Altersklasse geworden war. Coole Sache :-).

Nach zwei weiteren Kilometern ging´s das erste Mal rein in die Altstadt, in der trotz des etwas kühleren Wetters einiges los war. Die Anfeuerungsrufe gaben einem den richtigen Schwung mit, um auf der nächsten Runde nochmals volle Kanne durchzustarten. Die Pace auf den KM 2 und 3 lag bei 3:55 und 3:57. Etwas Schiss hatte ich zwar schon das Tempo nicht halten zu können aber ich dachte mir wenn nicht jetzt wann dann….

Es kristallisierte sich so langsam heraus, dass wir eigentlich nur zu zweit waren die den Zugläufer links und rechts flankierten, so liefen wir mehr oder weniger zu dritt unser Rennen.

Auf der zweiten Runde ging dann der Puls eine Etage höher, gerade das Teilstück mit dem leichten Anstieg war jetzt anstrengender als noch mit frischen Beinen. Unser Pacer Moritz legte auf diesem Teilstück auch noch einen Zahn zu, was mir die Laufuhr mit einer 3:50 min/km quittierte.

Danach wieder leicht bergab und rein in die Fußgängerzone. Wieder einmal peitschte das Publikum die Läuferinnen und Läufer nach vorne. Zum 2. Mal vorbei auf der Start/Zielgeraden verstrichen die beiden letzten Kilometerabschnitte im 3:59er und 3:52er Schnitt. Danach hieß es noch ein letztes Mal hinauf zum Schwimmbad und dann den Rückweg über die leicht abschüssige Pforzheimer Straße hinunter in die Altstadt. So langsam aber sicher zahlte sich der „verhaltene Start“ aus. Ich hatte immer noch Kraft um auch auf den letzten beiden Kilometern die Pace zu halten. Unser Zugläufer hatte sich zwischenzeitlich verabschiedet und uns aufgefordert nochmals Gas zu geben. Mike Maurer und ich liefen bis kurz vor dem Zielbogen fast gemeinsam. KM 9 und 10 verflogen in 3:51 und 3:53min/km. Am Ende konnte er noch ein wenig zulegen und nahm mir 2 Sekunden ab. Ab ob ich ohne seine „Hilfe“ meinem Formtief so hätte davonlaufen können…??  Wer weiß.. Nach 39:16 Minuten war das Rennen für mich zu Ende. Was für ein Gefühl…endlich war ich wieder da. Vielen Dank an dieser Stelle an die beiden Weggefährten Moritz (Tri-Team SSV Ettlingen + Pacemaker) und Mike (Fiducia).

Meine Freunde vom Chicken Express konnten mit Ihren Leistungen ebenfalls überzeugen. Jonas unser Jüngster legte ohne viel spezielles Lauftraining eine 43:24 auf den Asphalt, C2 (Claudia) signierte das Straßenpflaster mit einer neuen PB in 42:54 Minuten und die Becker-Brothers flogen nach 56:10/56:11 Minuten über die Ziellinie.

Die After-Race-Party fand dann allerdings ohne mich statt….Frau und Kinder erwarteten zu Hause sehnsuchtsvoll den 3. Platzierten in der AK 40, was ich allerdings erst später mitbekommen habe. Wenn die Zeiten weiter so purzeln sollte ich zukünftig die Siegerehrung abwarten ;-).

In diesem Sinne…. Keep on

%d Bloggern gefällt das: