Viele Läufer und Läuferinnen sowie auch die meisten anderen Sportler haben „ihn“ sicherlich schon mal erlebt, den einen Moment…… den -Flow-Moment- sozusagen. Das ich diesen speziellen Moment bzw. dieses einzigartige Gefühl beim Ludwigshafener Stadtlauf gleich in doppelter Form zu spüren bekommen sollte war wie ein Sechster im Lotto!

Zugegebenermaßen stehen 70 Kilometer Anfahrt und 7,2 KM Laufen nicht unbedingt in Relation, jedoch rechtfertigt für mich der Ludwigshafener Stadtlauf nicht nur wegen seines 20jährigen Jubiläums die etwas längere Anreise.  Gerade mal 6 EUR muss man berappen um in den Genuss dieser sehr schönen  Laufveranstaltung zu kommen. Eine coole Sache ist auch der vor dem Volkslauf startende Elitelauf, bei dem es neben einigen „Local Heroes“, wie Florian Neuschwander, Jannik Abrogast, Frederik Unewisse und Melina Tränkle auch Weltklasse Marathonläufer wie Charls Wachira Maina auf dem 1,2 KM langen Rundkurs durch Ludwigshafens Innenstadt zu bewundern gibt. Das spornt einen vor dem eigenen Wettkampf nochmals richtig an. Auch der Rundkurs hat etwas, gerade auf der Start/Ziel Geraden war mächtig was los. Viele Zuschauer säumten bei tollem Sommerwetter die Straße. Dazu kommt noch dass im Anschluss an das Rennen das Ludwigshafener Stadtfest genau gegenüber mit einer großen SWR3 Bühne gute Bands ihr Talent zum besten geben. Das ganze auch noch kostenlos….also wie ich finde alles in allem eine Runde Sache.

Der letzte Schliff

Jetzt aber zum Rennen 🙂 Nach den letzten Wochen auf der Suche nach meiner Form kam der Lauf in Ludwigshafen genau recht. Heute wollte ich um´s Verrecken Einen raushauen, die 17 x 400m Trainingseinheit in der Woche sollte mir nochmals den letzten Schliff geben. Relaxed aber in Hoffnung stand ich am Start mit 7 weiteren Verbündeten vom Chicken Express Running-Team. Unter die Top 40 zu laufen sollte heute unter guten Bedingung möglich sein, also reihte ich mich entsprechend in der Startaufstellung ein. Los ging´s, auf die 6 mal 1,2 Kilometer!

Auf Windesflügeln

Wie immer wollte ich nicht zu schnell loslaufen aber der Sog…da kannst du nix machen :-). Ergebnis nach dem ersten holprigen KM mit einigen Überholmanövern waren 3:45 Minuten. Uiuiuiui…dachte ich noch aber hey, das sind ja nur 7 Km also blieb ich weiter dran. Erstmal am Vordermann festgebissen ließ ich nicht mehr los so flog ich auf Windesflügeln den zweiten und dritten KM im in 3:50 und 3:47er Schnitt durch Ludwigshafen.

Überrundungen

Bereits auf der 3 Runde gingen für mich und meine beiden Mitstreiter die Überrundungen, die auf einem solchen Kurs natürlich unvermeidbar sind los. Meisten konnten wir auf der Außenseite ungebremst vorbei rauschen aber nicht selten, war auch Slalomlauf angesagt. Einige Meter vor uns war auch die führende Frau Josefa Mattheit, die am Ende auch die Damenkonkurrenz gewann. An ihr wollte ich unbedingt dran bleiben. Aufgrund diverser Überholmanöver ging die Zeit von 3:55 Minuten auf dem 4 KM für mich in Ordnung.

Der 1. Flow-Moment

Im Prinzip lief ich schon fast am Limit aber ich hatte trotzdem nicht das Gefühl gleich aus den Latschen zu kippen. Es lief einfach sehr gut und die Anfeuerung durch die Zahlreichen Zuschauer am Streckenrand taten ihr Übriges. Dann hatte ich   das Gefühl, dass man nicht wirklich Beschreiben kann. Keine Ahnung wie ich es Beschreiben soll…vielleicht wie der Sonnenuntergang in Bali am Jimbaran Beach oder etwa der Blick über die Tiroler Berge oder vielleicht beides zusammen. Einfach ein Moment bei dem man sich wohligwarm, behütet, frei von allen Sorgen und Nöten fühlt und alles wie von selbst läuft – der Flow-Moment eben. In diesem Zustand hämmerte ich die KM 5 und 6 mit 3:51 und 3:52 min/km in den Ludwigshafener Asphalt.

Überraschung

Der Rest war dann wieder Pflichtprogramm. Auf dem letzten KM machte mein Vordermann nochmals richtig Druck und ich versuchte alles um dran zu bleiben, was mir ….naja fast gelang. Am Ende hatte er in der Ergebnisliste einen ganz knappen Vorsprung von nicht mal einer Sekunde und die erste Frau lag am Schluss gut 1o Sekunden vor mir. Mein Blick auf die Zieluhr verriet mir eine 28er Zeit – YES! Endlich hatte ich den Bann gebrochen unter 30 Minuten zu bleiben. Zu meiner Überraschung bedeutete dies auch noch den 2. Platz in der AK 40 – wie geil 🙂

Ergebnisse von Chicken Express Running-Team

Chicken Express

Meine Gefährten vom Chicken Express waren ebenfalls mit viel Spaß dabei und konnten allesamt sehr gute Leistungen erzielen.

Der 2. FLOw-Moment

Nachdem wir uns alle wieder versammelt hatten ging´s noch auf ein alkoholfreies Bierchen rüber zum Stadtfest. Die Musik spielte schon auf und wir palaverten noch ein wenig über dies und das als Uwe zu mir sagte: „Hey, gug mol wer do steht!“ Da stand er, der FLOw, Florian Neuschwander, der Mister Run-with-the-Flow himself :-). Da gab´s natürlich kein langes Fackeln, ein kurzer Smalltalk mit dem Vize Weltmeister im Ultratrail 2013 und dem Wings for Life Run Sieger 2015, musste sein. Als kleine Erinnerung hat seine Mama noch kurz ein Bildchen von uns beiden gemacht. Ein echter Flow-Moment. Vielen Dank!

In diesem Sinne…Keep on

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