….diese Frage stellte ich mir auf den feucht-fröhlichen 400 Metern meiner bislang so hassgeliebten ersten Disziplin beim 10-jährigen Jubiläum des Rheinstettener Triathlons ein ums andere Mal. Mehrere Therapien und auch eine intensive antibiotische Behandlung um den zeitaufwendigen Triathlonvirus wieder loszuwerden und das Schwimmtraining in der Versenkung verschwinden zu lassen, schlugen nach meinem letztjährigen Debüt rigoros fehl. Die Lust auf Triathlon war einfach doch zu groß, so war es kaum wunderlich, dass mein Funkfernsprechapparat am 18. Januar lauthals die Online-Anmeldung für besagtes Event verkündete. Was ein Glück, denn bereits nach 30 Minuten waren alle Plätze für die Einzelstarter vergriffen. Ich muss gestehen dass sich die Vorbereitung mit 10 Schwimmtrainings im Karlsruher Sonnenbad und ein paar kleineren sowie einer langen Radausfahrt, doch schwer in Grenzen hielt. Laufen natürlich immer :-). Dazu kam noch dass gut 3 Wochen vor dem Wettkampf mein altes Rennrad in die Knie ging und ich schnellstens Ersatz benötigte. Ein Bekannter Triathlet aus Forst half mir zum Glück mit seinem alten Triathlonbike aus. Das Geschoss gefiel mir so gut, dass ich es ihm mittlerweile abgekauft habe.

Kurz vor dem Start Bild: Sportfr. Forchheim

Kurz vor dem Start

H2O

Mit Claudia Wipfler und Carsten Haas standen noch zwei weitere Spezi´s vom Chicken Express Running-Team mit mir am Westufer des Epplesees in Rheinstetten. Nach kurzem Einschwimmen im wohltemperierten Baggersee sowie einigen Stoßgebeten an Poseidon den Gott aller Binnengewässer, knallte im Hintergrund der Startschuss. Wegen des warmen Wassers und des damit einhergehenden Neo-Verbots (der einem Schwimmanfänger wie mir einen wegen des Auftriebs erheblichen Vorteil verschafft), zerpflügte ich den Epplesee im dieses Jahr im Seepferdchen-Stil anstatt wie im letzten Jahr graziös über die Wasseroberfläche gleitend. Wie bereits im Vorjahr war nach gut 50 Metern Schluss mit Kraul und es folgte eine Kombination aus Brust-, Seit-, Andereseit-, und wieder Brustschwimmen. Drei Kreuze konnte ich mangels Kraft nicht mehr schlagen aber als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte war das fast so ein Gefühl wie nach einem Becher Schokoeis von der Eis-Oma :-P.

Der in diesem Jahr neu ins Spiel gebrachte Transponder, meißelte meine Schwimmzeit von 9:15 Minuten bis in alle Ewigkeit und für jeden sichtbar in die Seiten der Zeitmessfirma time2finish. Die ersten flotten Schritte barfuß in Richtung Wechselzone waren zäh und unrund. Unglücklicherweise bin ich als erstes auch noch in die falsche Radbox gelaufen und habe gleich mal wieder wertvolle Sekunden verschenkt. Doch endlich an meiner Höllenmaschine angekommen klappte das Anziehen von Schuhe (Socken ließ ich dieses Mal weg)  Helm, Brille und Startnummernband sehr gut. Raus aus der Wechselzone und rauf auf den Bock. Auf den ersten paar hundert Metern musste ich erst Mal kurz durchatmen. Beim Schwimmen und in der Wechselzone war der Puls ziemlich am Anschlag.

Gegen den Wind

Nachdem ich mich auf dem Rad zu Beginn etwas erholte hatte hörte ich die Jagdhörner in meinem Innern zum Angriff blasen. Schließlich lag ich nach dem Schwimmen im letzten Viertel des Feldes auf Platz 176 von am Ende 215 Einzel-Finishern. Arme auf den Lenker gelegt und den Oberschenkeln eine klare Ansage gemacht ging´s mit leichtem Rückenwind und 40 km/h in Richtung dm-Arena. Auch dank meiner neuen Rennmaschine konnte ich bereits auf meiner ersten von 3 Runden zahlreiche Konkurrenten überholen.

Als es dann allerdings gegen den Wind zu fahren galt, war das ganz schön heftig meine Geschwindigkeit reduzierte sich auf diesem Streckenabschnitt auf 30 – 31 km/h…Was ich allerdings auch sah, war dass es der eine oder andere mit dem Windschattenfahrverbot nicht ganz so ernst nahm und die Gunst der Stunde ohne Wettkampfrichter nutzte um Kräfte zu sparen…Unfair! Auch auf der zweiten und dritten Runde konnte ich noch für meine Verhältnisse noch ordentlich Druck auf die Pedale bringen, was mich am Ende der Radstrecke nach etwas über 31 Minuten auf den……?? Platz brachte. Die  Position kann ich euch an dieser Stelle leider nicht sagen, denn da war ja  noch die Geschichte mit der Zeitmessfirma….. Der Startschuss mit dem neuen Service für die Athleten, den die Veranstalter in diesem Jahr präsentiert hatten, ging leider etwas nach hinten los…hier die Info dazu :-(.

Zeitmessung

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rheinstetten Triathlon,

wie uns die Zeitmessfirma time2finish (www.time2finish.de) in einer E-Mail mitgeteilt hat, ist während der Veranstaltung das Zeitmesssystem beim Hallenbad Forchheim komplett ausgefallen. Das führte dazu, dass die Zwischenzeiten (Radzeit und Laufzeit) im letzten Drittel des Rennens nicht nachgereicht werden können. Davon unberührt beleibt die Schwimmzeit und die Gesamtzeit. Für nähere Auskünfte steht Euch time2finish gerne zur Verfügung.

Zu allem Übel lief ich mit meinem Drahtesel erst mal wieder in die falsche Box…ich Schnarcher…Den Fausxpas bemerkt, drehte ich auf dem Absatz, um meinen Platz zu finden. 30 Sekunden später war dann auch der gefunden. Schnell noch den Helm abgelegt, Mütze auf die Rübe und auf in die Paradedisziplin.

Laufen lassen

Jetzt haust du einen raus, dachte ich. 4er Schnitt, dachte ich. Zeit gut machen, dachte ich. Barbefußt in meinen New Balance Zantè machte ich mich auf die „Socken“. 5 Kilometer sind nun wirklich kein großes Drama und jetzt wollte ich nochmals richtig laufen lassen aber nach 17 „Vollgas“ – Kilometern auf dem Rad mit teilweise richtig kräftigem Gegenwind, war das nicht mehr ganz so einfach. Während ich die ersten 500 Meter noch etwas „eiernd“ hinter mich gebracht hatte, lief es plötzlich besser.

Gerade als ich dann zum überholen einer Läufergruppe ansetzen wollte, spürte ich ein starkes Stechen an der rechten Fußsohle. Es ging nix mehr, irgendwas hatte ich im Schuh…auch das noch dachte ich. Also ich kurz rechts ran, Schuh aus und die fiese Klette die sich bei mir eingenistet hatte entfernt! Schuh wieder an und weiter ging´s, doch bestimmt waren wieder wertvolle 10-15 Sekunden verloren. Doch trotz alledem summte meine Garmin 310XT nach 4:08 min/km. Auf dem nächsten Kilometer heftete ich mich immer wieder nach erfolgreichem Überholmanöver an die Fersen des neuen Vordermanns, das gab mir ein gutes Gefühl und nochmal einen richtigen Motivationsschub. Guten Mutes auf dem Weg meine Gesamtzeit vom letzten Jahr zu unterbieten, nahm ich den allseits bekannten und aber vor allem gehassten „Schweinebuckel“ in Angriff. oben angekommen waren Atmung und Puls so ziemlich am Anschlag doch die letzten paar Hundert Meter wollte ich nochmal alles geben. Ich nahem meine Beine in die Hand und rannte was noch ging. Mir  gelang es auch noch weitere 4-5 Läufer zu überholen ehe ich im Ziel auf dem roten Teppich in den Genuss eines von jubelnden Zuschauern gespendeten Applauses kam.

Mit einer Gesamtzeit von 1:06:07 Stunden und einem 72. Gesamtplatz von 215 Finishern war ich am Ende sehr zufrieden. Meine Mitstreiter vom Chicken Express Claudia Wipfler und Carsten Haas kamen ebenfalls in guten bis sehr guten Zeiten ins Ziel. „Carschti die Tigerente“ (den neuen Spitznamen hat er jetzt :-P) für den es der erste Triathlon war kam nach 1:25:25 Stunden ins Ziel. Die Überraschung war jedoch „Speedy Claudi“ die am Ende den hervorragenden 2. Platz bei den Frauen in 1:02:18 Std. belegte!

Die Ergebnisse vom Chicken Express Running-Team

Die Ergebnisse vom Chicken Express Running-Team

Die tolle Organisation sowie der schöne und herzliche Zieleinlauf machen den Triathlon Rheinstetten zu einem echten MUSS! Das Problem mit der Zeitmessfirma ….. Schade aber drauf gepfiffen. Ich bin nächstes Jahr definitv wieder am Start.

In diesem Sinne….Keep on

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