Am PfalzTrail hab ich irgendwie einen Narren gefressen. In diesem Jahr stehe ich bereits zum 3. Mal nach 2013 und 2014  im Leiningerland am Start des HalfTrails über 32,7 KM und immerhin 770 positiven Höhenmetern. Er soll mir wie schon der Achenseelauf in Tirol als Vorbereitungslauf auf den Bottwartal Marathon dienen. Ein zwischenzeitlich vertrautes Bild zeigt sich mir vor zwei Wochen beim Blick in dem Himmel während der Anfahrt am Samstagmorgen. Regen! Auch letztes und vorletztes Jahr war so richtig bescheidenes Wetter in der Pfalz. Die Organisatoren der Veranstaltung hatten es doch gut gemeint und den Wettbewerb extra vom Oktober auf den September vorverlegt um vielleicht auch mit dem Wetter mehr Glück zu haben. Naja, was soll´s denke ich noch, als über dem Pfälzerwald der Himmel aufreißt und die Sonne zwischen den Wolken durchblinzelt. Perfekt!

Ich stehe am Start relativ weit vorne und durch einiges hin und her Geschiebe dann sogar plötzlich ganz vorne. Ehe ich mich versehe, geht es auch schon los und führe das Feld für einige Meter an…. uuuuuaahhhh….. zurück im Klaren darüber was ich hier heute machen will (Trainingslauf) lasse ich die ganz schnellen ziehen und reihe mich irgendwo wieder in den Top 20 ein.

Mit rotem Shirt und weißem Käppi am Start ganz vorne :-)

Mit rotem Shirt und weißem Käppi am Start ganz vorne 🙂

Da ich die Strecke von meinen vorausgegangenen Teilnahmen ganz gut kenne, will ich am Anfang nicht überpacen und laufe bis zum ersten Anstieg kurz nach KM 3 einen 4:15er Schnitt. Es macht mir heute unheimlich Spaß und ich fühle mich auch richtig gut…zum Bäume ausreißen. Die nächsten Kilometer folgen einige kleinere und auch wieder größere Bergauf- sowie Bergab Passagen. Nach gut 10 Kilometern ist es dann auch an der Zeit die ersten Schnellstarter mit einem Lächeln im Gesicht wieder einzusammeln. Schönes Gefühl, bis hierhin alles richtig gemacht zu haben. In diesem Jahr lasse ich auch keine Verpflegungsstelle aus, im Gegenteil, ich trinke viel und schnappe mir Bananen und Nüsse und das alles ohne Hektik. Einen direkten Laufpartner an den ich mich krallen könnte habe ich heute leider nicht aber ist heute auch nicht weiter schlimm. Der nächste Abschnitt bis zur Burg Battenberg bei KM 15 läuft sich sehr gut meist flach, mal etwas bergab und nur zum Ende hin ein gepfefferter Anstieg.

An der Verpflegungsstelle treffe ich auf einen Läufer vom Team beVegt.de den ich schon länger aus sicherer Entfernung im Visier hatte. Schneller als ich, verlässt er die Verpflegungsstelle und düst mit Karacho ab. Jetzt habe ich ein Ziel 🙂 Nun folgt eine fiese, leicht ansteigende, nicht enden wollende (2KM) lange Strecke auf Asphalt durch Battenberg. Auf der langen Geraden hab ich mein beVegt´es Ziel in weiter Entfernung vor Augen. Ich bin auf deinen Fersen mein Freund…Der hohe Trailanteil macht auf den nächsten Kilometern wieder richtig Spaß. Gegenüber dem verbissenen Wettkampf vom letzten Jahr kann ich trotz aufsteigendem Ehrgeiz heute was zu reißen zu können, den Lauf richtig genießen.  Gut 24 KM sind zwischenzeitlich verstrichen als ich an der großen Verpflegungsstelle in Höningen ankomme. Mit guter Stimmung einigen Zuschauern und einem sehr netten Verpflegungsteam wird man hier empfangen und will eigentlich auch gar nicht mehr weg, denn ein knüppelharter Anstieg folgt auf dem Fuße. Mein Ziel beVegt sich immer noch ziemlich schnell, denn weder an der „Tanke“ noch am Monsteranstieg ist er zu sehen.

Pfalztrail

Hier ein paar Zahlen

Mit Puls am Anschlag komme ich oben an und weiß, das schwierigste ist geschafft. Der Rest verläuft bis kurz vor Ende des Rennens bergab oder relativ flach. Immer noch recht locker in den Beinen rausche ich den Downhill hinunter. Jetzt muss ich hin und wieder die langsameren Läuferinnen und Läufer des Quartertrails, die inzwischen auf die Strecke gestoßen sind, zur Seite bitten. Das alles klappt aber wunderbar, so dass ich unversehrt „unten“ ankomme.

Meinen Kontrahenten vom Team beVegt.de sehe ich urplötzlich am Wegesrand stehen. Bei ihm beVegt sich im Moment aber gar nix mehr. Einzig sein Bein lagert hoch auf einem liegenden Baumstamm und wartet darauf vom Wadenkrampf erlöst zu werden. Im letzten Jahr stand ich genau an der selben Stelle mit gleichem Problem und erinnere mich nur zu gut wie das ist, wenn alle an einem vorbeilaufen 🙁 Naja, ich richte meinen Blick wieder nach vorne und laufe die nächsten beiden KM in der 4:30er Pace. Zum Ende hin erwartet mich dann noch eine letzte fetzige bergauf Passage, doch auch diese wird heute souverän weggebügelt.

Pfalztrail

Dann ist es soweit nach 2:43:11 Std. laufe ich als Gesamt 9ter und mit Platz 1 in der AK40 über die Ziellinie. Wow…über 10 Minuten schneller als letztes Jahr. Mit meinem 3. Start beim PfalzTrail ist mir tatsächlich ein nahezu perfektes Rennen gelungen…stimmt also doch…Alle Guten Dinge sind drei… Dass es so gut lief und ich noch nicht mal auf Kante gelaufen bin, stimmt mich für den Bottwartal Marathon am 18. Oktober sehr zuversichtlich. 4 Minuten später kommt dann auch Christian Gaida vom Team beVegt.de durchs Ziel. Wieder einmal hab ich gelernt wie wichtig eine gute Renneinteilung bei längeren Wettkämpfen ist. Hoffentlich erinnere ich mich am 18. Oktober um 10:00 Uhr morgens auch noch daran ;-).

In diesem Sinne……Keep on

 

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