Viele Trainingskilometer und einige erfolgreiche Vorbereitungswettkämpfe ließen meine Form und meine Hoffnung auf eine neue persönliche Marathon Bestzeit zwischen 3:05 und 3:07 steigen. Als flacher Landschaftsmarathon ausgeschrieben, erschien mir der Bottwartal Marathon als eine gute Alternative zu meinen bisher gelaufenen Stadtmarathons. Schlussendlich kam aber alles ganz anders. Ich hatte von Beginn an viel riskiert, am Ende jedoch leider alles verloren.

Am Sonntagmorgen stießen noch Nils und Edy zu uns, ehe wir uns dann aufmachten um die jeweilige Wettkampfdistanz in Angriff zu nehmen.

Die ersten 5 KM lief ich ambitioniert an und fühlte mich auch richtig gut. Schnell hatte ich den Anschluss an eine Gruppe gefunden, die mein (aus späterer Sicht zu schnelles) Tempo liefen. Bis auf wenige kurze Erhebungen war der 10er ganz gut zu laufen und nach 43:41 Minuten lag ich da auch noch voll im Plan.

Bottwartal Marathon

Zu diesem Zeitpunkt war die Welt für mich noch in Ordnung

Danach folgte der Teil der mir später wohl zum Verhängnis werden sollte. Bis knapp zur 24 KM Marke ging es zwar minimal aber stetig bergan, was ich dann ab KM 28 zu spüren bekam. Zwar ginge bis dahin noch verhältnismäßig gut aber ich spürte schon dass es eine heiße Kiste werden wird. Ich war plötzlich nicht mehr so locker und obwohl es nun minimal bergab ging, hatte ich Mühe das Tempo zu halten. Ein letztes Aufbäumen beim KM 31 endete im Fiasko. Mein Versuch nochmals Tempo aufzunehmen war nach 32 Kilometer beendet. Die Kohlenhydratspeicher waren leer. Die Bananen die es ab KM 30 gab kamen für mich viel zu spät. Meine mitgeführten Gels von denen ich schon 3 genommen hatte, brachten keine Rettung. Man kann also sagen, ich habe bei meinem 9. Marathon wieder mal so ziemlich alles verkehrt gemacht.

Offen gestanden hatte ich solche Schmerzen, dass ich auch nur einen Wimpernschlag davon entfernt war aus dem Rennen zu gehen, doch der Geist war zum Glück stärker als der Körper. DNF wollte ich nicht wirklich haben. Ich blickte nochmals auf die Uhr und versuchte wenigstens eine 3:15 Std. in Ziel zu retten, doch Wadenkrämpfe links wie rechts zwangen mich kurz vor dem Ziel in die Knie. Frustriert und enttäuscht lief ich nach 3:16:26 Std. durch den Zielbogen beim „Steppi“.

Kumpel Hannes spendet Trost nach dem verkorksten Marathon

Kumpel Hannes spendet Trost nach dem verkorksten Marathon

Zu sehr auf die Bestzeit fixiert und die fehlende Lockerheit während des Rennens waren die Gegner aus meinen eigenen Reihen. Es hat einfach nicht sollen sein und auch eine Woche später wird´s nicht besser. Ich mache mit dem heutigen Tag einen Haken an die Geschichte und blicke wieder nach vorne. Der nächste Marathon im Frühjahr ist bereits gebucht und vielleicht gibt es beim Jubiläumsmarathon in Leipzig ja dann ein Happy End 🙂

Ein paar erfreulichere Ergebnisse erzielten meine Freunde vom Chicken Express. Edy „The Terrier“ lief bei seinem 2. Marathon souverän in 3:36.25 Stunden nach Hause.

Uwe (1:58:48), Nils (1:38:16) und Claudi (2:55:10) waren auf der Halbmarthondistanz unterwegs und erkämpften sich auf der nicht ganz einfachen Strecken sehr gute Ergebnisse. Wunderläuferin Andrea schaffte die 10 Km Distanz mal wieder ohne Training in 1:00:27 Std.

Als kleine Überraschung und zur moralischen Unterstützung, waren auch noch unsere neuen Teammitglieder Hannes und Anni samt Nachwuchs angereist um uns im Ziel gebührend zu empfangen. Klasse!

Bottwartal Marathon

Gemeinsam im Ziel des Bottwartal Marathon 2015

 

In diesem Sinne…..Keep on

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