Seit September ist jetzt schon einige Zeit vergangen und viel ist zwischenzeitlich passiert aber ich möchte es nicht versäumen noch einige Zeilen zum Halbmarathon in Karlsruhe loszuwerden. Meine Frau lief hier ihren ersten Halbmarathon. Innerhalb weniger Monate wurde sie von der Zuschauerin zur Läuferin.

Die Attribute aus der Überschrift bringen es letztlich so ziemlich auf den Punkt was Claudi im Ziel nach ihrem ersten Halbmarathon in Karlsruhe gefühlt hat. Sätze wie, „Du und deine Lauferei, nie hast du Zeit…immer ist Training oder irgendein Wettkampf“, gehören vielleicht jetzt endgültig der Vergangenheit an. Die Freude am Laufen hatte schon letztes Jahr ihre Anfänge genommen, doch letztlich sprang der Funke erst im Frühjahr 2015 vollends über. Mit regelmäßigem Training wurden auch bald die ersten 5 und 10 KM Wettkämpfe absolviert. Mit Dimitra und Bianca vom Chicken Express Running-Team hatten sich auch zusätzlich zwei weitere Mädels gefunden, die das Lauffieber gepackt hat. Das war natürlich ein großer Motivationsvorteil. Dieser war auch bitter nötig als sich die 3 Damen entschlossen im Herbst ihren ersten Halbmarathon zu laufen.

Das Training verlief bei Claudi bis auf wenige Ausnahmen ganz gut, so dass es am Tag X außer Frage stand, die Distanz evtl. nicht zu schaffen. Das Ziel der drei Mädels einfach nur „ankommen“, war für den Ersten Halbmarathon auch sehr vernünftig. Ich selbst nutzte den Halbmarathon in Karlsruhe oft als Test für den Herbstmarathon, den ich meist im Oktober laufe. Heute jedoch verzichtete ich darauf, um Dimitra, Bianka und Claudi zu bei ihrer Premiere zu begleiten.

Halbmarathon

Das Chicken Express Running-Team vor dem Start: Hinten v.l. Christoph, Uwe, Marcus, Nico, Achmed, Eddy, Dimitra, Bianka und Rosa. Vorne v.l. Carsten, RunningWolle, Janina und Claudia.

Das Chicken Express Running-Team ging dieses Jahr mit insgesamt 13 Teilnehmern an den Start, wobei Chris als einziger die Marathondistanz in Angriff nahm. Alle anderen versuchten sich auf der 21,1 KM langen Strecke.

Nachdem die erste Welle der Startblocks A-C gestartet war, nahmen auch wir vier unseren Plätzchen im hinteren Teil des letzten Startblocks ein. Nervosität und Vorfreude wechselten sich bei den Debütantinnen ab, als endlich auch für uns das Rennen mit einem Startschuss freigegeben wurde.

Halbmarathon

Bianka, Dimitra und Claudi waren guten Mutes kurz vor dem Start

Gleich zu Beginn musste ich meine Bremsläuferqualitäten einsetzen um das Trio-Infernale im Zaum zu halten. Bis auf wenige Teilnehmer die noch hinter uns waren, liefen schon nach kurzer Zeit fast alle an uns vorbei, so dass der Besenwagen verdächtig nahe kam. „Keine Panik wir laufen unser eigenes Rennen, haben Spaß und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen – Wir schaffen das“, gab unsere Motivatorin Dimitra bekannt :-). Im  8er Schnitt liefen wir vier nun also durch die Straßen der Fächerstadt und freuten uns über die applaudierenden Zuschauer, die den letzten Läuferinnen und Läufern wohl immer eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Berauscht von der anfänglichen Atmosphäre verflog der erste Abschnitt wie im nu und ehe wir uns versahen, begrüßte uns auch schon das Kilometerschild 5.

Bianka war nun auch endlich warmgelaufen und strotzte, nach leichtem anfänglichem Gezeter, nur so vor Kraft. Auch Dimitra die in der Vorbereitung die schnellste der 3 war scharrte mit den Hufen und zog das Tempo leicht an. Es lief! Inzwischen befanden wir uns auf der Durlacher Allee kurz vor KM 6 als die mexikanische Tanzgruppe Adelitas Tapatias  meine Aufmerksamkeit einen kleinen Augenblick abschweifen lies…Ich schätze mal das Bild sagt alles :-).

Halbmarathon Karlsruhe

RunningWolle mit der mexikanischen Tanzgruppe Adelitas Tapatias

Nach einem kurzen Bad zwischen den Hügeln Mexikos schloss ich reumütig und auf flotter Sohle wieder zu meinen Gefährtinnen auf. Schnurstracks steuerten wir auf einen Zuschauer-Hotspot in Durlach an. Mit dieser Vorfreude auf den mentalen Ansporn liefen die 3 gutgelaunt über die A5.

Über die Killisfeldstraße vorbei bei der Fiducia erreichten wir kurz vor dem Oberwald nach 1:21 Std. die 10 KM Marke. Dimitra hatte sich zwischenzeitlich 200 – 300 Meter von Bianka und Claudi abgesetzt, sie fühlte sich gut.

Die nächsten beiden Kilometer durch den Oberwald waren bekanntes Trainingsterrain und unsere Pace pendelte mittlerweile zwischen 7:55 und 8:09 min/km ein. Dimitra war nun auch wieder in die Gruppe zurückgekehrt, die 6 Wochen Griechenlandurlaub forderten nun doch ihren Tribut :-).  Vorbei am Schloss Rüppurr nahm uns die Fiese Brücke ein wenig den Schwung, doch wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Diesen Schwung konnten wir ohne Probleme bis zum KM 15 mitnehmen.

Die nächsten 3 Km zogen sich und auch der anfängliche Enthusiasmus ist wich den ersten körperlichen Beschwerden. Doch auch der letzte Anstieg bei KM 18 kurz vor Bulach konnte das Dreigestirn nicht stoppen. Mit dem Ziel vor Augen gaben sie nochmals alles und legten nach den letzten etwas schwächeren Kilometern wieder etwas Tempo zu.

Halbmarathon Karlsruhe

KM 18 und wieder wurde eine Läuferin „eingesammelt“

Die drei hielten sich wirklich wacker und bissen sich bis hierhin durch und jetzt war endlich Zahltag! Anfeuerungsrufe von Freunden und Bekannten auf den letzten Kilometern gab den Mädels den letzten Schub. Das Grinsen brachte Claudi zwischenzeitlich nicht mehr aus dem Gesicht.

Jetzt war es klar…sie werden es schaffen und sogar eine Zielzeit von unter 3 Stunden würde Ihnen nicht mehr zu nehmen sein. Noch einmal gab es Anfeuerungsrufe von den Fans der Holzbiere bekamen wir einen letzten Schwung. Dann war es soweit…Zieleinlauf ins Beiertheimer Stadion. Was folgte waren die letzten emotionalen Meter vor dem erreichen des großen Ziels, begleitet von den lautstarken Zuschauern auf den Rängen und den anderen Chicken Expressler, die bereits gefinisht hatten.

Halbmarathon Karlsruhe

Nach 2:56:21 Stunden liefen Binaka und Claudi übers Ziel! Dimitra kämpfte sich mit einem unglaublichen Willen ebenfalls unter 3 Stunden ins Ziel.  – MISSION ERFÜLLT –

Da standen wir also…im „Runners Heaven“…wie passend :-). Ein kleiner Traum ging für Claudi in Erfüllung. Fassen kann ich es selbst noch nicht…nach dem traurigen Ende ihres Boxerinnentraums durch die Bandscheiben Operation mit der unvermeidlichen Prothese, hat sie einen neuen Sport für sich entdeckt und nach den ersten 5 KM und 10 KM Wettkämpfen nun auch ihren ersten Halbmarathon geschafft. Mit ziemlicher Sicherheit war das auch nicht der letzte.

Ein ganz dickes Lob zum Finish, möchte ich auch Dimitra und Bianka aussprechen, die sich auch in der Vorbereitung eine super Unterstützung gegenseitig waren.

Natürlich waren heute noch mehr Chickens auf Karlsruhes Straßen unterwegs. Auch ihnen allen einen herzlichen Glückwunsch zu den tollen Ergebnissen.

In diesem Sinne…..Keep on

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