In Zeiten bei denen für mich das Ultralaufen immer mehr in den Vordergrund gerückt ist, tut es zwischendurch mal wieder ganz gut ein bissel Tempo zu bolzen. Der PSD LaufCup 2017 ist da eine gute Möglichkeit auf der 10 KM Distanz ein wenig die Tempohärte zu trainieren. Fünfeinhalb Monate ist mein letzter 10 KM Wettkampf schon her also kam der Frühlingslauf in Rot gerade recht. Da mein Fokus in den letzten Monaten auf den ganz langen Kanten lag hatte ich auch die Tempoeinheiten etwas in den Hintergrund gestellt und war deshalb auch etwas skeptisch wie das in Rot ausgehen würde. Aber gut ich wollte auch nicht tiefstapeln also war mein Plan 40 Minuten zu laufen, wenn richtig gut wird evtl. auch 39:30 Minuten.

Unser Chicken Express Running-Team kurz vor dem Start

Der Sonntagmorgen war fast schon schwülwarm was die Angelegenheit nicht wirklich besser machte. Jammern galt aber nicht denn alle anderen mussten da ja auch durch. Im Chicken ExpressRunning-Team waren alle motiviert und freuten sich auf den ersten PSDCup-Lauf in diesem Jahr. Der Sprecher rief zum Start…. also Kappe nach hinten gedreht …Startschuss und ab die Post! Die ersten 3 KM liefen wie geschnitten Brot! Ein bisschen Zick-zack laufen durch den Ort und dann raus ins Grüne. Die Pace war bis dahin sehr gut und es lief auf eine gute Zeit zwischen 39-40 Minuten hinaus. Ich versuchte das Tempo zu halten doch irgendwer hatte da wohl was dagegen. Es fiel mir immer schwerer unter 4er Schnitt zu bleiben und natürlich hatte das liebe Herrgöttlein auch keine Einsicht und ich musste hart kämpfen um nicht zurück zu fallen. Bei Km 5 angekommen waren 20:02 Minuten verstrichen und das hieß….es wird eng….sehr eng. Wie sollte ich denn bloß das Tempo halten? Geschweige denn noch einen Zahn zulegen? Kurz überlegte ich ob ich abbrechen sollte!….Hmmmmpfffff….ganz schlechte Idee. In der Folge hangelte ich mich von Läufer zu Läufer und kam so trotz leichtem langsamer werden weiter im Feld nach vorne, was mich wiederum motivierte weiter zu machen. Der 6 KM flutschte so in 3:54 min/km einfach vorbei!

Wen sehe ich denn da vorne? Während ich mit meinem inneren Schweinehund am kämpfen war sah ich vor mir meine Hassliebe Manfred von der LSG Karlsruhe. Hassliebe…naja..wir batteln uns schon seit 2 – 3 Jahren, mal ist er vorne mal ich. Zuletzt konnte ich ihm allerdings immer einige Zeit abnehmen und hatte meist die Nase vorn. Heute auch? Hmmmm…wird schwer. Ich laufe langsam auf ihn auf und hänge mich ganz fies in seinen „Windschatten“. Das ganze lief dann so bis KM 8. Der Manfred wurde etwas langsamer und ich sah meine Chance. Selbst am Limit laufend grüße ich schulterklopfenderweise und motiviere ihn gleichzeitig, er ist ja auch ein ganz netter Zeitgenosse  :-). Aber im Wettkampf gibt´s halt kein Pardon.

Hier laufe ich an Manfred (345) vorbei..das Glück währte jedoch nicht lange 🙂

Nun ja ich laufe also vorbei und versuche das Tempo hochzuhalten, in Zahlen…4:04 – 4:06 min/km…diese Schwüle machte mir heute einfach zu schaffen. Ich hörte wie er die Chance wahrnahm und sich an mich hing. Jetzt war mir die Zeit plötzlich Wurscht, ich wollte nur vor Manfred ins Ziel kommen. Doch dann…500 Meter vor dem Ziel zündet der Kerl den Turbo und läuft mir einfach weg. Rummss….der hatte gesessen. Ich gab wirklich alles und lief den letzten Kilometer in einer Pace von 3:47 min/km, doch ich konnte einfach nicht mehr dran bleiben. Was solls denke ich noch so und laufe mit Sauerstoffnot ins Stadion ein. Auf der Zielgeraden schaue ich auf den Zielbogen mit der Bruttozeitmessung….ach du Scheisse! 39:54 Minuten zeigte die Zwiebel an. Alla hop…Vollsprint! Ich stürze über die Ziellinie, drücke meine Garmin ab und was soll ich sagen…nach 40:00 Minuten blieb der „Zeiger“ stehen. Lecko mio…war das ein Lauf! Im Ziel sah ich den Manfred der sich in diesem Moment grad wohl ein Sauerstoffzelt wünschte, ich aber auch :-).

Der Zieleinlauf mit Sauerstoffnot und Punktlandung

Ich muss sagen dass ich trotz der Quälerei bei diesem Lauf im Nachhinein sehr froh über diese Zeit bin. Wenn meine Frau nicht immer so viel Schokolade für mich kaufen würde, könnte ich mit ziemlicher Sicherheit noch abspecken und den Manfred beim nächsten mal wieder knacken :-).

Ansonnsten hagelte es natürlich auch mal wieder Bestzeiten. Claudi und Bianka drückten Ihre PB´s um 5 bzw. 3 Minuten, das war große Klasse. Premieren gab´s dann auch noch, Melissa und Niki absolvierten beim Frühlingslauf Ihren allerersten 10er und das bravurös 🙂 Herzlichen Glückwunsch nochmals an die beiden.

%d Bloggern gefällt das: